Die AT.INTERMODAL GmbH mit Sitz im Office Park am Flughafen Wien ist insolvent. Laut Berichten unter Bezug auf KSV1870 und AKV wurde am 10. Juni 2026 am Landesgericht Korneuburg ein Konkursverfahren eröffnet. Genannt werden rund 1,021 Mio. Euro Passiva, verwertbare Aktiva von etwa 279.000 Euro, 24 Gläubiger und 6 betroffene Dienstnehmer.
Ein Sanierungsplan liegt demnach nicht vor; die Schließung des Unternehmens steht im Raum beziehungsweise wurde von der Schuldnerseite bereits als möglich akzeptiert.
Der Fall ist kein Masseninsolvenzfall, aber ein gutes Beispiel dafür, wie empfindlich spezialisierte Logistikunternehmen auf gestörte Lieferketten, geopolitische Risiken, verzögerte Zahlungen und hohe operative Kosten reagieren können. Für Gläubiger, Auftraggeber und Kunden zählt jetzt vor allem: Fristen im Edikt prüfen, Forderungen belegen, offene Transporte klären und keine weiteren Risiken eingehen. Wer wissen möchte, wie lange solche Verfahren dauern können, findet im Beitrag wie lange ein Insolvenzverfahren in Österreich dauern kann eine ausführliche Einordnung zu Forderungsanmeldung, Prüfungstagsatzung und Quote.
AT.INTERMODAL GmbH insolvent: Die wichtigsten bekannten Daten
| Punkt | Aktueller Stand |
|---|---|
| Unternehmen | AT.INTERMODAL GmbH |
| Sitz / Adresse | Office Park 4/4.OG/Top A.44, 1300 Wien-Flughafen; Sitz laut Firmenbuch: Schwechat. |
| Firmenbuchnummer | FN 509227p |
| Rechtsform | Gesellschaft mit beschränkter Haftung |
| Geschäftszweig | Spedition und Güterbeförderung |
| Gericht | Landesgericht Korneuburg |
| Verfahrensart | Konkursverfahren |
| Eröffnung / Berichtstag | 10. Juni 2026 |
| Passiva | Laut veröffentlichten Berichten rund 1,021 Mio. Euro. |
| Aktiva | Laut veröffentlichten Berichten rund 279.000 Euro verwertbare Aktiva. |
| Betroffene Gläubiger | Laut veröffentlichten Berichten 24 Gläubiger. |
| Betroffene Dienstnehmer | Laut veröffentlichten Berichten 6 Dienstnehmer. |
Was AT.INTERMODAL gemacht hat
AT.INTERMODAL trat als spezialisierter Logistikdienstleister auf. Das Unternehmen beschrieb seine Leistungen auf der eigenen Website mit Bahnfracht, LKW-Transporten, Seefracht, Luftfracht und Zolltätigkeiten. Der Standort am Flughafen Wien war für diese Ausrichtung naheliegend: Internationale Spedition, multimodale Transportketten, Hafenanbindung, Luftfracht und europäische Vor- und Nachläufe greifen in diesem Geschäftsmodell eng ineinander.
Gerade diese Breite kann in stabilen Märkten ein Vorteil sein. In Krisen kann sie aber zur Belastung werden. Wer Sendungen über Bahn, Straße, See, Luftfracht, Häfen, Zollabwicklung und internationale Partner koordiniert, ist von vielen externen Faktoren abhängig: Frachtraten, Grenzabfertigung, Sanktionen, Infrastruktur, Partnerzahlungen, Kundennachfrage und Finanzierungslinien.
Warum die Insolvenz für Kunden und Geschäftspartner relevant ist
Für Kunden geht es zunächst um praktische Fragen: Sind Transporte offen? Gibt es eingelagerte Ware, Dokumente, Zollpapiere, Container, Rechnungen oder Vorauszahlungen? Wer laufende Aufträge mit AT.INTERMODAL hatte, sollte klären, ob Leistungen noch erbracht werden, ob Ware bereits übergeben wurde und wer aktuell Zugriff auf Unterlagen oder Frachtinformationen hat.
Für Lieferanten und Dienstleister ist die Forderungsfrage zentral. Offene Rechnungen sollten nicht nur intern verbucht, sondern mit Vertrag, Auftrag, Leistung, Lieferschein, E-Mail-Verkehr und Mahnungen belegbar vorbereitet werden. Wer zu spät reagiert, riskiert, im Verfahren schlechter dazustehen. Das gilt besonders für kleinere Dienstleister, die auf pünktliche Zahlung angewiesen sind. Genau hier zeigt sich, warum ein konsequentes Forderungsmanagement wichtig ist; der Beitrag zur Zahlungsmoral 2026 und ihren Folgen für Betriebe erklärt, wie verspätete Rechnungen Liquidität und Kreditwürdigkeit belasten können.
Welche Ursachen genannt werden – und was offen bleibt
Als Belastungsfaktoren werden in Medienberichten unter Bezug auf Gläubigerschutzinformationen vor allem externe Krisen genannt: geopolitische Spannungen, blockierte oder erschwerte Transportkorridore, Sanktionen, Infrastrukturprobleme, sinkende Sendungsvolumina, steigende operative Kosten und verspätete beziehungsweise ausbleibende Zahlungen aus dem Umfeld internationaler Geschäftspartner.
Solche Angaben sollten sachlich eingeordnet werden. Sie erklären die Lage aus Sicht der veröffentlichten Verfahrensinformationen, ersetzen aber keine gerichtliche Prüfung und keine eigene Analyse der Bücher. Entscheidend ist nun, was der Masseverwalter feststellt: Welche Forderungen sind einbringlich? Welche Verträge bestehen noch? Gibt es verwertbare Vermögenswerte? Wie hoch wird eine mögliche Quote? Und ob ein kurzfristiger Fortbetrieb überhaupt sinnvoll oder möglich ist.
Konkurs statt Sanierung: Was das bedeutet
Ein Konkursverfahren unterscheidet sich vom Sanierungsverfahren. Beim Konkurs steht grundsätzlich die Sicherung und Verwertung der Insolvenzmasse im Vordergrund. Ein Sanierungsplan liegt nach den aktuellen Berichten nicht vor. Das macht für Gläubiger einen Unterschied: Sie sollten nicht auf eine Fortführung vertrauen, sondern ihre Ansprüche fristgerecht anmelden und die weitere Entwicklung im Edikt beziehungsweise über den Masseverwalter verfolgen.
Ob der Betrieb kurzfristig fortgeführt, rasch geschlossen oder geordnet abgewickelt wird, hängt nicht vom öffentlichen Namen des Unternehmens ab, sondern von Masse, offenen Aufträgen, Kundenbeziehungen, Kosten, Verträgen und Verwertbarkeit. Bei einer Spedition können zusätzlich Fragen rund um Transportdokumente, Waren, Zollunterlagen, Unterfrachtführer und internationale Partner entstehen.
Was Gläubiger jetzt sofort prüfen sollten
| Prüfpunkt | Warum er wichtig ist |
|---|---|
| Edikt abrufen | Nur das konkrete Insolvenzedikt zeigt Fristen, Geschäftszahl, Masseverwalter und Tagsatzungen verbindlich. |
| Forderung belegen | Rechnungen, Verträge, Leistungsnachweise, Lieferscheine, Transportdokumente und E-Mails sichern. |
| Offene Leistungen stoppen oder klären | Keine weiteren Leistungen ohne rechtliche und wirtschaftliche Prüfung erbringen. |
| Eigentumsvorbehalte prüfen | Bei Waren, Fracht, Dokumenten oder Material kann die rechtliche Zuordnung entscheidend sein. |
| Transportstatus klären | Bei laufenden Sendungen: Wo befindet sich die Ware, wer hat Zugriff und welche Unterlagen fehlen? |
| Forderungsanmeldung vorbereiten | Gläubiger sollten Fristen nicht abwarten, sondern ihre Unterlagen früh ordnen. |
| Folgerisiken prüfen | Wenn AT.INTERMODAL Teil einer eigenen Lieferkette war, können auch eigene Kundenfristen betroffen sein. |
Warum Logistikinsolvenzen besonders heikel sein können
Eine Spedition verkauft nicht nur Transport. Sie koordiniert Zeitfenster, Partner, Dokumente, Frachtwege, Zollabwicklung, Vorfinanzierungen und Kommunikation zwischen mehreren Parteien. Wenn ein solcher Dienstleister insolvent wird, kann der Schaden über eine einzelne offene Rechnung hinausgehen. Liefertermine, Kundenverträge, Exportpapiere, Lagerkosten, Standgelder und Ersatztransporte können betroffen sein.
Besonders heikel wird es, wenn Waren bereits unterwegs sind oder bei Dritten liegen. Dann sollte rasch geklärt werden, ob AT.INTERMODAL selbst Frachtführer war, nur als Spediteur vermittelte, Unterfrachtführer beauftragte oder Dokumente verwaltete. Daraus können unterschiedliche Ansprüche, Pflichten und Ansprechpartner entstehen.
Was der Fall über Cashflow in spezialisierten Dienstleistungsunternehmen zeigt
Der Fall zeigt auch ein allgemeines KMU-Risiko: Spezialisiertes Wissen und ein internationales Netzwerk schützen nicht automatisch vor Liquiditätsproblemen. Wenn hohe Vorleistungen, schwankende Nachfrage, komplexe Abrechnung, ausländische Forderungen und steigende Betriebskosten zusammenkommen, kann der Cashflow schnell kippen.
Für kleine und mittlere Unternehmen ist daher entscheidend, Forderungen, Zahlungsziele, Kreditlinien und Kostenstruktur laufend zu überwachen. Banken achten bei Finanzierungsanfragen genau darauf, ob Forderungen werthaltig sind und wie rasch Geld tatsächlich eingeht. Der Beitrag Firmenkredit abgelehnt: Welche Alternativen KMU prüfen sollten zeigt, warum offene Forderungen, Sicherheiten und Liquiditätsplanung bei Kreditentscheidungen eine zentrale Rolle spielen.
Ja/Nein-Check: Was Betroffene jetzt tun sollten
| Frage | Empfohlene Reaktion |
|---|---|
| Haben Sie eine offene Rechnung gegen AT.INTERMODAL? | Ja: Forderung samt Belegen vorbereiten und Frist im Edikt prüfen. |
| Ist Ware oder Fracht noch unterwegs? | Ja: Transportstatus, Dokumente, Lagerort und Ansprechpartner sofort klären. |
| Wurden Leistungen bereits erbracht, aber noch nicht abgerechnet? | Ja: Leistung dokumentieren, Rechnung erstellen und rechtliche Position prüfen. |
| Bestehen laufende Verträge? | Ja: Kündigung, Fortführung, Ersatzdienstleister und offene Pflichten prüfen. |
| Hängen eigene Kundenlieferungen daran? | Ja: Kunden aktiv informieren, Alternativen sichern und Verzögerungen dokumentieren. |
| Soll weiter geliefert oder gearbeitet werden? | Nur nach klarer Abstimmung mit Masseverwalter, rechtlicher Prüfung und abgesicherter Zahlung. |
Timeline: Was im Konkursverfahren als Nächstes wichtig wird
| Phase | Bedeutung für Gläubiger und Kunden |
|---|---|
| Eröffnung | Das Konkursverfahren wird veröffentlicht; Gericht, Geschäftszahl, Masseverwalter und Fristen werden ersichtlich. |
| Sicherung der Masse | Der Masseverwalter prüft Vermögenswerte, Forderungen, Verträge, Konten, Unterlagen und mögliche Fortführung. |
| Forderungsanmeldung | Gläubiger melden Forderungen innerhalb der im Edikt genannten Frist an. |
| Prüfungstagsatzung | Angemeldete Forderungen werden anerkannt, bestritten oder zur weiteren Klärung vorgemerkt. |
| Verwertung | Aktiva, Forderungen und verwertbare Rechte werden geprüft und möglichst zugunsten der Masse realisiert. |
| Quote und Abschluss | Ob und wie viel Gläubiger erhalten, hängt von anerkannter Forderung, Masse, Kosten und Verwertungserlös ab. |
Welche Fragen Kunden der Spedition klären sollten
- Wo befindet sich meine Ware? Lager, Hafen, Terminal, Flughafen, LKW, Bahn oder Drittspediteur?
- Wer hat die Frachtpapiere? Zollpapiere, Bill of Lading, CMR, Lieferscheine oder Freigaben sichern.
- Wer ist Vertragspartner? AT.INTERMODAL selbst oder ein Unterfrachtführer beziehungsweise Partnerunternehmen?
- Gibt es Vorauszahlungen? Offene Guthaben oder Anzahlungen sollten als Forderung geprüft werden.
- Gibt es Standgeld oder Lagerkosten? Verzögerungen können zusätzliche Kosten auslösen.
- Ist Ersatztransport nötig? Kritische Lieferfristen sollten sofort neu organisiert werden.
- Welche Mitteilung braucht der eigene Kunde? Verzögerungen sollten sachlich dokumentiert und kommuniziert werden.
Was Dienstnehmer beachten sollten
Für betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind offene Löhne, Gehälter, Sonderzahlungen, Urlaubsersatzleistung und Beendigungsansprüche wichtig. In Österreich kann bei Insolvenz des Arbeitgebers unter bestimmten Voraussetzungen Insolvenz-Entgelt relevant werden. Betroffene sollten Unterlagen wie Dienstvertrag, Lohnzettel, Zeitaufzeichnungen, Urlaubsstand, Kündigungsschreiben und offene Ansprüche sichern und rasch Beratung einholen.
Gerade in kleinen Unternehmen kennen Beschäftigte oft viele Kunden, Abläufe und offene Projekte. Trotzdem sollten sie nach Insolvenzeröffnung nicht eigenmächtig Zusagen machen oder Leistungen fortführen, sondern klären, was der Masseverwalter vorgibt und welche arbeitsrechtlichen Schritte folgen.
FAQ zur AT.INTERMODAL-Insolvenz
Ist AT.INTERMODAL insolvent?
Ja. Nach aktuellen Berichten wurde am 10. Juni 2026 am Landesgericht Korneuburg ein Konkursverfahren über die AT.INTERMODAL GmbH eröffnet.
Welche Firma ist betroffen?
Betroffen ist die AT.INTERMODAL GmbH mit Sitz in Schwechat und Adresse im Office Park am Flughafen Wien. Laut Firmenbuch ist der Geschäftszweig Spedition und Güterbeförderung.
Wie hoch sind die Schulden?
Veröffentlichte Berichte unter Bezug auf KSV1870 und AKV nennen Passiva von rund 1,021 Mio. Euro und verwertbare Aktiva von etwa 279.000 Euro.
Wie viele Gläubiger sind betroffen?
Nach den aktuell veröffentlichten Angaben sind 24 Gläubiger betroffen. Gläubiger sollten die genauen Fristen und Verfahrensdaten in der Insolvenzdatei prüfen.
Wie viele Mitarbeiter sind betroffen?
Berichte nennen 6 betroffene Dienstnehmer. Für offene Ansprüche können arbeitsrechtliche Beratung und gegebenenfalls Insolvenz-Entgelt relevant sein.
Gibt es einen Sanierungsplan?
Nach den veröffentlichten Informationen liegt aktuell kein Sanierungsplan vor. Das Verfahren wird daher als Konkursverfahren geführt.
Was sollten Gläubiger jetzt tun?
Gläubiger sollten das Edikt abrufen, Forderungen samt Belegen sichern, Fristen prüfen und die Forderungsanmeldung vorbereiten. Bei größeren Beträgen ist fachkundige Beratung sinnvoll.
Was bedeutet die Insolvenz für laufende Transporte?
Kunden sollten sofort klären, wo sich Ware befindet, wer Frachtpapiere hält, welche Subunternehmer beteiligt sind und ob Ersatztransport nötig ist. Offene Ansprüche sollten dokumentiert werden.
Wo findet man offizielle Verfahrensdaten?
Offizielle Verfahrensdaten sind in der Insolvenzdatei der österreichischen Justiz abrufbar. Dort stehen Gericht, Geschäftszahl, Masseverwalter, Fristen und Tagsatzungen.
Ist der Flughafen Wien selbst betroffen?
Nach den vorliegenden Informationen betrifft das Verfahren die AT.INTERMODAL GmbH als dort ansässiges Logistikunternehmen. Eine Insolvenz des Flughafen Wien ist daraus nicht abzuleiten.
Quellen und weiterführende Informationen
- Weekend.at: AT.INTERMODAL GmbH vor Schließung – aktueller Bericht zum Konkursverfahren, Passiva, Aktiva, Gläubigern, Dienstnehmern und genannten Belastungsfaktoren.
- EVI.gv.at: AT.INTERMODAL GmbH im Firmenbuch – offizielle Firmenbuchdaten zu Sitz, Adresse, Firmenbuchnummer, Stammkapital, Geschäftszweig und Vertretung.
- AT.INTERMODAL: Unternehmenswebsite – Selbstdarstellung zu Leistungen wie Bahnfracht, LKW, Seefracht, Luftfracht und Zolltätigkeiten.
- Ediktsdatei der österreichischen Justiz: Insolvenzdatei – offizielle Suche nach Insolvenzverfahren, Fristen, Tagsatzungen und Masseverwaltern.
- oesterreich.gv.at: Insolvenzdatei im Internet – Erklärung zur öffentlichen Insolvenzdatei, Rechtswirksamkeit und Abrufbarkeit von Insolvenzdaten.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde auf Basis öffentlich abrufbarer Informationen zum Stand 11. Juni 2026 erstellt. Er ersetzt keine Rechts-, Insolvenz-, Steuer-, arbeitsrechtliche oder logistische Beratung. Verfahrensdaten, Fristen, Masseverwalter, Forderungsanmeldung, mögliche Quote, Fortführung, Schließung und Ansprüche können sich ändern und sollten immer anhand des aktuellen Insolvenzedikts, beim zuständigen Gericht, beim Masseverwalter oder über qualifizierte Beratung geprüft werden. Korrekturen, Ergänzungen oder neue belegbare Informationen können gerne übermittelt werden.
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