Die Inflation in Österreich fällt im Jänner 2026 auf 2,0 Prozent. Hauptgründe sind sinkende Energiepreise und ein kräftiger Basiseffekt beim Strom. Gleichzeitig bleiben Dienstleistungen der wichtigste Preistreiber.
Was bedeutet sinkende Inflation für Ihr Budget?
Die Gesamtrate sagt wenig über Ihre persönliche Belastung aus. Mehr Mehrwert liefert der Blick auf die großen Budgetblöcke und die Frage, wo sich jetzt aktiv steuern lässt. Die folgende Tabelle übersetzt die wichtigsten Inflationsbausteine in konkrete, umsetzbare Schritte.
| Ausgabenblock | Warum er aktuell wichtig ist | Konkreter Schritt mit Wirkung |
|---|---|---|
| Strom und Energie | Energie bremst die Gesamtinflation, Entlastung kommt aber je nach Tarif unterschiedlich an. | Tarifcheck mit Fokus auf Arbeitspreis, Grundgebühr, Bindung und Kündigungsfrist. Wechseloptionen prüfen. |
| Dienstleistungen | Der zäheste Preistreiber, weil Löhne und Betriebskosten träge wirken und selten wieder sinken. | Servicekosten priorisieren: Abos, Wartungen und wiederkehrende Leistungen bündeln, doppelte Verträge streichen. |
| Wohnen und Wohnennahe Kosten | Indexierungen und laufende Gebühren wirken langfristig und sind schwer vermeidbar. | Indexklauseln in Miet und Serviceverträgen prüfen. Anpassungstermine dokumentieren, Vergleichsangebote einholen. |
| Lebensmittel | Häufige Käufe prägen das Preisgefühl, Entlastung durch sinkende Energie zeigt sich oft verzögert. | Preisanker setzen: 10 Standardprodukte monatlich tracken. Einkaufsrhythmus und Händlerwechsel datenbasiert steuern. |
| Mobilität | Treibstoffe schwanken, gleichzeitig steigen Dienstleistungen rund ums Auto oft weiter. | Gesamtkosten betrachten: Versicherung, Service, Reparaturen. Wartungsintervalle planen, Angebote vergleichen. |
Wenn Sie diese fünf Blöcke regelmäßig prüfen, entsteht ein eigenes Inflationsbild, das näher an Ihrer Realität liegt als eine Monatsrate. Das erhöht die Planbarkeit, gerade in einem Umfeld, in dem Energie dämpft, Dienstleistungen aber weiter Druck machen.
Eine Inflationsrate von 2,0 Prozent wirkt wie ein Schritt zurück Richtung Stabilität. Für Haushalte und Betriebe zählt jedoch, welche Ausgabeblöcke sich tatsächlich verändern. Strom, Mieten, Lebensmittel und Versicherungen folgen unterschiedlichen Mechanismen. Genau diese Unterschiede erklären, warum die Teuerung stark sinkt, obwohl viele Preise im Alltag weiterhin als hoch empfunden werden.
Im Jänner 2026 basiert die Rate auf einer Schnellschätzung der Statistik Austria. Sie zeigt bereits klar, welche Komponenten dämpfen und welche weiter treiben. Wer die Lage einordnen will, sollte drei Ebenen trennen. Erstens Energie mit starken Ausschlägen. Zweitens die Kerninflation mit Dienstleistungen und Industriegütern. Drittens staatliche und regulatorische Eingriffe, die Preise direkt beeinflussen.
Inflation in Österreich: Was misst der VPI und warum ist der Jänner so auffällig?
Was bedeutet eine Inflationsrate von 2,0 Prozent konkret?
Die Inflationsrate beschreibt die Veränderung der Verbraucherpreise gegenüber dem selben Monat des Vorjahres. Im Jänner 2026 liegen die Preise im Durchschnitt um 2,0 Prozent über dem Niveau von Jänner 2025. Gleichzeitig sinkt das Preisniveau gegenüber Dezember 2025 um 0,7 Prozent. Diese Kombination ist auffällig, weil Jahreswechsel häufig durch Anpassungen nach oben geprägt sind.
Wichtig ist die Konsequenz für die Kaufkraft. Eine sinkende Inflationsrate bedeutet nicht, dass Preise breit fallen. Sie bedeutet, dass der durchschnittliche Preisanstieg langsamer wird. Viele Bereiche steigen weiter, nur weniger stark. Deshalb bleibt das subjektive Preisgefühl oft höher als die Jahresrate, vor allem wenn häufige Ausgaben wie Lebensmittel oder Dienstleistungen steigen.
Warum spielt der Jahreswechsel für die Messung eine so große Rolle?
Zum Jahreswechsel ändern sich Tarife und Gebühren oft gebündelt. Das betrifft Versicherungen, Abos, Dienstleistungen und teilweise öffentliche Leistungen. In Österreich kommt ein zusätzlicher Effekt dazu, der 2026 besonders sichtbar wird. Energiepolitische Maßnahmen und deren Auslaufen haben 2024 und 2025 deutliche Preissprünge erzeugt. Wenn diese Sprünge im Vorjahr hoch waren, fällt der Vergleich ein Jahr später automatisch günstiger aus. Das nennt man Basiseffekt.
Zusätzlich werden die Gewichte im Warenkorb regelmäßig aktualisiert. Dadurch kann sich die gemessene Rate leicht verschieben, weil Konsumgewohnheiten neu abgebildet werden. Für die Einordnung im Jänner 2026 bleibt dennoch der Kern: Energie wirkt stark dämpfend, Dienstleistungen bleiben hoch, und beides zusammen drückt die Gesamtinflation Richtung 2 Prozent.
Energie als Hauptbremse: Strom, Gas, Treibstoffe und der Basiseffekt
Warum wirkt Energie im Jänner 2026 klar preisdämpfend?
Der Energieblock sinkt im Jahresvergleich deutlich. In der Schnellschätzung wird Energie als klarer Dämpfer sichtbar. Das senkt die Gesamtinflation spürbar, weil Energie im Warenkorb ein relevanter Posten ist und zugleich stark schwanken kann. Der Effekt ist doppelt: Marktpreise und Vergleichsbasis wirken in dieselbe Richtung.
Der Basiseffekt beim Strom spielt eine zentrale Rolle. Im Jänner 2025 war Strom im Jahresstart durch Sonderfaktoren und das Ende bestimmter Entlastungen teurer. Ein Jahr später fällt dieser Sondereffekt im Vergleich weg. Dadurch sinkt die Jahresrate selbst dann deutlich, wenn nicht jeder Haushalt sofort im selben Ausmaß profitiert, weil Tarife unterschiedlich gestaltet sind.
Welche politischen und regulatorischen Stellschrauben spielen mit?
Im Energiesystem wirken Abgaben und Förderbeiträge direkt auf Endkundenpreise. Wenn solche Bestandteile sinken, kommt das in der Statistik sofort an, weil der Verbraucherpreis maßgeblich ist. Im Jänner 2026 wirken hier mehrere Entlastungselemente zusammen, die den Strompreis im Durchschnitt drücken können.
Für die Praxis gilt: Ob die Entlastung im eigenen Haushalt ankommt, hängt vom Tarifmodell ab. Fixpreisverträge, Bindungen oder indexierte Modelle reagieren unterschiedlich schnell. Ein sinnvoller Schritt ist daher ein Tarifcheck, der nicht nur den Arbeitspreis, sondern auch Grundgebühr, Bindung und Kündigungsfenster einbezieht. Damit wird aus der gesamtwirtschaftlichen Entlastung eine konkrete Budgetentlastung.
Dienstleistungen bleiben der harte Kern der Teuerung
Warum treiben Dienstleistungen trotz sinkender Gesamtrate weiter?
Dienstleistungen bleiben der größte Preistreiber, auch wenn die Gesamtinflation sinkt. Der Grund ist strukturell. Dienstleistungen sind stark lohngetrieben. Löhne reagieren träge und werden oft mit Zeitverzug angepasst. Wenn Kollektivverträge steigen, folgen viele Preise im Servicebereich. Das betrifft Gastronomie, persönliche Dienstleistungen, Reparaturen, Freizeitangebote und viele haushaltsnahe Leistungen.
Hinzu kommt, dass Dienstleistungen seltener über internationalen Wettbewerb gedrückt werden als Waren. Ein Haarschnitt, eine Reparatur oder ein Gastronomiebesuch sind lokal geprägt. Steigende Personal und Betriebskosten werden daher häufiger weitergegeben. Dieser Mechanismus ist zäh und erklärt, warum die Inflation in Österreich trotz Energieentlastung nicht noch weiter fällt.
Welche Bereiche sind in der Praxis häufig betroffen?
Typisch sind Preissteigerungen in Gastronomie, Tourismus, Reparaturen, Handwerk und diversen Serviceangeboten. Auch Versicherungen und einige Gebühren wirken im Alltag wie Dienstleistungen, weil sie regelmäßig ansteigen und schwer zu vermeiden sind. Wer nur auf Energie schaut, unterschätzt daher die laufenden Kostenblöcke.
Ein häufiger Denkfehler ist die Erwartung sinkender Dienstleistungspreise. In der Regel sinken sie nicht, sondern steigen nur langsamer, wenn sich die Lage beruhigt. Für Haushalte bedeutet das: Budgetplanung sollte weiterhin einen moderaten Anstieg bei Services berücksichtigen, auch bei einer Gesamtinflation nahe 2 Prozent.
Industriegüter werden ruhiger, aber nicht überall
Warum verlieren Industriegüter an Preisdruck?
Industriegüter reagieren stark auf Lieferketten, Importpreise und Nachfrage. In den Hochinflationsjahren waren hier erhebliche Ausschläge sichtbar. Wenn Lieferketten stabiler sind und die Nachfrage abkühlt, nimmt der Preisdruck ab. Das kann sich in geringeren Preissteigerungen bei Möbeln, Elektronik, Haushaltswaren oder Bekleidung niederschlagen.
Ein weiterer Faktor ist die Geldpolitik im Euroraum. Höhere Zinsen bremsen kreditfinanzierte Nachfrage. Das reduziert Preissetzungsspielräume bei langlebigen Gütern. Gleichzeitig erhöhen Aktionen und Rabatte im Handel den Wettbewerbsdruck. In der Summe dämpft das die Warenpreisinflation, auch wenn einzelne Produktgruppen weiterhin teurer werden können.
Wo bleiben Risiken bei Güterpreisen bestehen?
Risiken entstehen bei importabhängigen Warengruppen, etwa bei Rohstoffen oder Vorprodukten. Wechselkurse, Transportkosten und geopolitische Spannungen können rasch neue Preisschübe auslösen. Auch Handelsbarrieren und Zölle wirken direkt auf Endkundenpreise.
Für Konsumenten ist ein bewährter Ansatz, nicht nur den Kaufpreis zu betrachten. Folgekosten wie Energieverbrauch, Reparaturanfälligkeit und Garantieleistungen entscheiden über die tatsächliche Belastung. Wer Preise vergleicht, sollte über mehrere Wochen beobachten und nicht nur einen Aktionstag als Referenz nutzen.
Lebensmittel und Genussmittel: Spürbar, aber nicht mehr allein dominierend
Warum steigen Lebensmittel noch, obwohl Energie fällt?
Lebensmittelpreise hängen nur teilweise an Energie. Sie werden auch von Landwirtschaft, Transport, Verpackung, Verarbeitung und Handelsspannen bestimmt. Außerdem gibt es Zeitverzug. Sinkende Energiekosten können zwar entlasten, aber nicht jede Stufe gibt diese Entlastung sofort weiter. Daher bleiben Nahrungsmittel oft länger im Plus, auch wenn Energie insgesamt dämpft.
Für Haushalte sind Lebensmittel besonders relevant, weil sie häufig gekauft werden. Häufige Käufe prägen das Preisgefühl stärker als seltene Anschaffungen. Dadurch entsteht leicht der Eindruck, die Inflation sei höher als ausgewiesen. Das ist kein Widerspruch, sondern ein Unterschied zwischen Durchschnittswert und persönlichem Warenkorb.
Welche typischen Fehlannahmen verzerren die Einschätzung?
Ein verbreiteter Fehler ist, von einzelnen Produkten auf die Gesamtinflation zu schließen. Wer nur den Wocheneinkauf beobachtet, überschätzt die Teuerung in Monaten mit günstiger Energie. Umgekehrt unterschätzt man die Lage, wenn Treibstoffe steigen, aber Lebensmittel stabil bleiben. Die Inflation in Österreich ist ein Durchschnitt über viele Kategorien.
Ein praktischer Best Practice Ansatz ist ein eigenes Haushaltsmonitoring. Definieren Sie eine kleine Liste typischer Produkte und Fixkosten und beobachten Sie deren Entwicklung monatlich. Damit entsteht ein persönlicher Inflationswert, der Entscheidungen besser unterstützt als eine einzelne Zahl aus den Schlagzeilen.
Kerninflation als Lackmustest: Wie hartnäckig bleibt die Teuerung?
Was sagt die Kerninflation über die nächsten Monate?
Die Kerninflation betrachtet den Preistrend ohne Energie und häufig auch ohne stark schwankende Komponenten. Sie zeigt, wie stabil der inländische Preisdruck ist. Wenn die Kerninflation deutlich über der Gesamtinflation liegt, deutet das darauf hin, dass der Rückgang vor allem von Energie kommt, während Dienstleistungen und andere Bereiche weiter steigen.
Genau dieses Muster ist für Österreich im Jänner 2026 entscheidend. Die Gesamtinflation sinkt deutlich, doch Dienstleistungen bleiben hoch. Für den weiteren Verlauf 2026 ist daher weniger die Energieentwicklung allein ausschlaggebend, sondern ob der Dienstleistungsblock weiter nachgibt. Das hängt stark von Lohnabschlüssen, Produktivität und Wettbewerb ab.
Welche Rolle spielen Löhne und Indexierungen in Österreich?
Österreich hat viele indexnahe Anpassungen, etwa bei Mieten und bestimmten Verträgen. Wenn Löhne steigen, steigen viele Dienstleistungen mit. Das schützt Beschäftigte vor Kaufkraftverlust, erzeugt aber auch Trägheit bei Preisen. Diese Trägheit hält die Teuerung im Kern länger erhöht, selbst wenn Energie fällt.
Für Betriebe bedeutet das: Kalkulation sollte Kernkosten realistisch abbilden. Wer 2026 und 2027 nur über Energie denkt, unterschätzt die laufenden Kosten. Besonders relevant ist das in Gastronomie, Tourismus, Pflege, Handel und Handwerk, wo Personalkosten und Services einen großen Anteil haben.
Einordnung im Euroraum: Warum Österreich anders wirkt als der Durchschnitt
Warum kann Österreich trotz Rückgang über dem Euroraum liegen?
Selbst bei sinkender Inflation kann Österreich zeitweise über dem Euroraum Durchschnitt liegen. Gründe sind Warenkorbstruktur, Mietsysteme, Dienstleistungsanteil und nationale Abgaben. Länder unterscheiden sich stark darin, wie schnell Energieeffekte weitergegeben werden und wie stark Dienstleistungen das Gesamtbild prägen.
Für internationale Vergleiche ist der harmonisierte Verbraucherpreisindex wichtig, weil er die Methodik angleicht. Für viele Verträge im Inland wird dagegen der nationale Index verwendet. Wer beide Größen verwechselt, kann falsche Schlüsse ziehen, etwa bei Wertsicherung oder bei der Einordnung von Gehaltsabschlüssen.
Ausblick auf 2026 und 2027: Was spricht für Stabilisierung, was bleibt riskant?
Wie entwickeln sich Erwartungen für 2026 und 2027?
Mehrere Institutionen erwarten für 2026 eine deutlich niedrigere Jahresinflation als 2025. Die Oesterreichische Nationalbank rechnet in ihren aktuellen Projektionen mit Werten nahe 2 Prozent für 2026 und 2027. Das passt zur Logik des Jänner Wertes: Energie beruhigt sich, während Dienstleistungen langsamer sinken.
Auch andere Institute sehen einen Rückgang, teils mit leicht unterschiedlichen Zahlen. Solche Abweichungen entstehen durch verschiedene Annahmen zu Energie, Löhnen, Wachstum und staatlichen Maßnahmen. Für die Praxis ist entscheidend, dass ein Umfeld moderater Teuerung wahrscheinlicher wird, aber die Kernbereiche weiterhin Aufwärtsdruck behalten können.
Welche Faktoren können den Pfad nach oben oder unten verschieben?
Erstens bleibt Energie der größte Risikoblock. Geopolitische Ereignisse können Öl und Gas rasch verteuern und damit die Gesamtinflation wieder anheben. Zweitens bestimmen Löhne die Dienstleistungsinflation. Höhere Abschlüsse oder anhaltender Fachkräftemangel verlängern den Preisdruck. Drittens wirken politische Eingriffe. Abgaben, Förderungen oder Entlastungen verändern Endkundenpreise direkt.
Ein vierter Punkt ist methodisch und dennoch wichtig. Veränderungen im Warenkorb und in Gewichten können die gemessene Rate verändern. Das betrifft Indexklauseln, die auf den offiziellen Index verweisen. Wer Verträge indexiert, sollte Indexbezug, Stichtage und Anpassungslogik sauber dokumentieren, damit es später keine Missverständnisse gibt.
Handlungshinweise für Haushalte und Betriebe: Was jetzt sinnvoll ist
Eine Inflationsrate nahe 2 Prozent bedeutet mehr Planbarkeit, aber nicht automatisch Entlastung in allen Bereichen. Viele Preisniveaus bleiben hoch. Dienstleistungen und Wohnen bleiben für viele Budgets die größten Belastungen. Deshalb lohnt ein strukturierter Blick auf Ausgaben und Verträge. Setzen Sie Prioritäten, statt nur auf einzelne Preisrückgänge zu reagieren.
Für Unternehmen zählt die Trennung zwischen Energie und Kernkosten. Energie kann kurzfristig entlasten, Kernkosten bleiben stabiler und lohngetrieben. Wer 2026 und 2027 plant, sollte mit Szenarien arbeiten. Ein Basisszenario mit moderaten Steigerungen ist plausibel. Dazu gehört ein Puffer für Energie und für serviceintensive Kosten.
Die folgenden Punkte erhöhen die Informationsdichte, weil sie die wichtigsten Stellhebel bündeln und direkt in Entscheidungen übersetzen.
- Energieverträge aktiv prüfen: Arbeitspreis, Grundgebühr, Bindung und Kündigungsfenster vergleichen.
- Kernkosten monitoren: Dienstleistungen steigen oft weiter, auch bei sinkender Gesamtinflation.
- Indexklauseln verstehen: Prüfen Sie, welcher Index gilt und wann Anpassungen greifen.
- Lebensmittel strategisch einkaufen: Preise über Wochen beobachten, Einkaufsrhythmus optimieren.
- Risikofaktoren definieren: Energie und Löhne sind die größten Unsicherheiten für 2026 und 2027.
Ein typischer Fehler ist das Überreagieren auf einen einzelnen Monat. Sinnvoller ist ein Quartalsblick mit klaren Kategorien und festen Prüfterminen. Haushalte profitieren von regelmäßigen Vertragschecks, etwa bei Energie, Versicherungen und Abos. Betriebe sollten Preisanpassungen transparent begründen und kalkulatorisch sauber hinterlegen, um Sprünge zu vermeiden und Vertrauen zu halten.
Kernfakten im Überblick
| Aspekt | Wesentliches |
|---|---|
| Inflationsrate Jänner 2026 | 2,0 Prozent im Jahresvergleich, laut Schnellschätzung der Statistik Austria. |
| Energie als Hauptbremse | Sinkende Energiepreise und Basiseffekte beim Strom drücken die Gesamtinflation. |
| Dienstleistungen als Haupttreiber | Servicepreise bleiben hoch, weil Löhne und Betriebskosten träge wirken. |
| Kerninflation | Liegt über der Gesamtrate und zeigt weiterhin spürbaren inländischen Preisdruck. |
| Ausblick 2026 und 2027 | Wahrscheinlich moderate Teuerung nahe 2 Prozent, Risiken bleiben bei Energie und Löhnen. |
Fazit
Die Inflation in Österreich sinkt im Jänner 2026 auf 2,0 Prozent, weil Energiepreise zurückgehen und ein starker Basiseffekt beim Strom den Jahresvergleich entlastet. Das ist die zentrale Erklärung, nicht ein breiter Preisrückgang in allen Bereichen. Dienstleistungen bleiben der entscheidende Preistreiber. Sie reagieren vor allem auf Löhne und strukturelle Kosten und drehen langsamer als Energie.
Für 2026 und 2027 deuten Projektionen auf eine Teuerung nahe dem Zielbereich hin, aber nicht zwingend deutlich darunter. Wer Entscheidungen trifft, sollte deshalb weniger auf einzelne Energiemonate schauen und stärker auf Dienstleistungen, Kerninflation und Indexierungsmechanismen. So lassen sich Budgets, Verträge und Preissetzungen stabiler planen, auch wenn sich die Gesamtrate beruhigt.
Häufig gestellte Fragen zum Thema „Inflation in Österreich“
Warum fühlt sich die Teuerung oft höher an als die offizielle Inflationsrate?
Das persönliche Preisgefühl folgt dem eigenen Warenkorb. Haushalte geben unterschiedlich viel für Miete, Energie, Lebensmittel und Dienstleistungen aus. Wer einen hohen Anteil an Fixkosten hat, spürt Preissteigerungen in Wohnen und Services stärker. Diese Bereiche können über der Gesamtinflation liegen. Außerdem prägen häufige Käufe wie Lebensmittel das Empfinden stärker als seltene Anschaffungen, selbst wenn letztere statistisch wichtig sind.
Hinzu kommt der Niveau Effekt. Auch wenn die Inflationsrate sinkt, bleiben viele Preise auf dem höheren Niveau der Vorjahre. Das wird als anhaltende Teuerung wahrgenommen. Die Statistik sagt dann nur, dass der Anstieg langsamer wird. Sie sagt nicht, dass sich das Preisniveau zurücksetzt. Ein monatliches Budgettracking kann helfen, die eigene Belastung realistisch einzuordnen.
Welche Rolle spielt der harmonisierte Verbraucherpreisindex im Alltag in Österreich?
Der harmonisierte Index ist vor allem für internationale Vergleiche gedacht. Er nutzt eine EU weit abgestimmte Methodik und ist zentral für die Einordnung im Euroraum. Im Alltag in Österreich ist jedoch häufig der nationale Verbraucherpreisindex maßgeblich, weil viele Wertsicherungsklauseln in Verträgen darauf verweisen. Das betrifft unter anderem Mieten, Dienstleistungen und wiederkehrende Zahlungen.
Unklarheiten entstehen, wenn unterschiedliche Indizes in Medienberichten vermischt werden. Dadurch können Erwartungen verzerren, etwa bei Verhandlungen oder bei der Planung von Fixkosten. Entscheidend ist daher, welcher Index im konkreten Vertrag steht und welche Anpassungsregel gilt. Wer das sauber prüft, vermeidet spätere Streitpunkte und kann besser kalkulieren.
Kann eine niedrige Inflationsrate zu sinkenden Preisen führen?
Breit sinkende Preise sind selten, das wäre Deflation. Eine niedrige Inflationsrate bedeutet in der Regel nur, dass Preise langsamer steigen. Einzelne Bereiche können dennoch günstiger werden, etwa Energie oder bestimmte Gütergruppen. Dienstleistungen fallen typischerweise kaum, weil sie stark lohngetrieben sind und Löhne selten sinken.
In der Praxis sehen Sie daher häufiger Preisstabilisierung als echte Rückgänge. Wenn Energie deutlich fällt, kann das kurzfristig entlasten und die Gesamtinflation drücken. Trotzdem bleibt der Trend oft positiv, weil andere Blöcke weiter steigen. Wer auf einen generellen Preisrückgang wartet, plant oft am Bedarf vorbei. Sinnvoller ist es, Fixkosten aktiv zu optimieren.
Wie wirken sich Inflationsraten auf Kreditkosten und Sparzinsen aus?
Inflation beeinflusst das Zinsumfeld, weil Notenbanken Preisstabilität anstreben. Sinkt die Inflation nachhaltig, wächst der Spielraum für niedrigere Leitzinsen. Das kann Kredite günstiger machen, meist mit Verzögerung. Bei variablen Krediten kann die Wirkung schneller sichtbar werden als bei fixen Zinsen, die stärker vom langfristigen Marktumfeld abhängen.
Für Sparer zählt der Realzins, also Sparzins minus Inflation. Selbst bei sinkender Inflation kann der Realzins negativ bleiben, wenn Sparzinsen sehr niedrig sind. Umgekehrt kann er positiv werden, wenn Zinsen stabil bleiben und die Inflation fällt. Entscheidungen sollten daher Laufzeit, Risiko und Liquiditätsbedarf berücksichtigen, nicht nur die aktuelle Monatsrate.
Welche Fehler passieren häufig bei Gehaltsverhandlungen in Phasen sinkender Inflation?
Ein typischer Fehler ist die Fixierung auf die aktuelle Monatsrate. Löhne werden meist für längere Zeiträume verhandelt, daher ist die erwartete Inflation über die Laufzeit relevanter. Wenn Dienstleistungen weiter deutlich steigen, kann die Budgetbelastung trotz sinkender Gesamtinflation hoch bleiben. Das erzeugt sonst Enttäuschungen, weil die Lebenshaltungskosten spürbar bleiben, auch wenn die Jahresrate sinkt.
Ein weiterer Fehler ist die Vermischung von Preisniveau und Inflationsrate. Nach Jahren hoher Teuerung bleibt das Niveau hoch, auch wenn die Rate sinkt. Tragfähiger sind klare Bezugspunkte, etwa Durchschnittswerte über mehrere Monate und nachvollziehbare Kennzahlen zur Branchenlage. Eine saubere Datenbasis reduziert Konflikte und erhöht die Planbarkeit für beide Seiten.
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