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Finanzen, Wirtschaft, Steuern, Rechtsformen, Kredite, Arbeit, Sozialversicherung und Unternehmenspraxis sind voller Begriffe, die oft verwendet, aber selten klar erklärt werden. Genau hier setzt dieses Glossar an: Es übersetzt wichtige Begriffe aus dem österreichischen Business- und Finanzalltag in eine verständliche Sprache.
Das Ziel ist nicht nur Nachschlagen, sondern wirkliches Verstehen. Wer Begriffe wie Euribor, KESt, FlexCo, Working Capital, UID oder Arbeitnehmerveranlagung sauber einordnen kann, versteht Verträge, Kreditangebote, Lohnzettel, Steuerunterlagen und Wirtschaftsmeldungen deutlich besser.
| Bereich | Was enthalten ist | Warum das wichtig ist |
|---|---|---|
| Wirtschaft & Preise | BIP, Inflation, VPI, HVPI, Kaufkraft, OeNB | Hilft beim Verstehen von Nachrichten, Prognosen und Preisentwicklungen. |
| Banken & Kredite | Euribor, Effektivzins, Bonität, KSV1870, FMA | Relevant für Kreditentscheidungen, Zinsen und Finanzierung. |
| Steuern & Recht | KESt, Umsatzsteuer, GmbH, FlexCo, Firmenbuch, WiEReG | Wichtig für Gründung, Unternehmertum und private Finanzen. |
| Arbeit & Verwaltung | Brutto, Netto, AMS, AK, SVS, FinanzOnline, ID Austria | Hilft beim Verständnis von Gehalt, Abgaben und Behördenwegen. |
| Unternehmen & Kennzahlen | Cashflow, EBITDA, Working Capital, KPI, Due Diligence | Wichtig für Business-Entscheidungen und das Lesen von Unternehmenszahlen. |
Business- und Finanzbegriffe in Österreich auf einen Blick
Business- und Finanzbegriffe in Österreich auf einen Blick. Sachlich erklärt, einfach formuliert und für Österreich eingeordnet. Gerade bei Behördenwegen, Steuern, Arbeitsrecht und Finanzierung hilft der Österreich-Bezug, weil viele Begriffe international ähnlich klingen, im Detail aber anders verwendet werden.
Volkswirtschaft, Preise und Arbeitsmarkt
BIP (Bruttoinlandsprodukt)Das BIP misst den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die in einem Land in einem bestimmten Zeitraum hergestellt werden. Es ist eine der wichtigsten Kennzahlen für die Wirtschaftsleistung. Es misst die Produktion im Inland, nicht das Vermögen der Bevölkerung. Für die Entwicklung über die Zeit ist das reale BIP meist aussagekräftiger als das nominelle BIP, weil Preissteigerungen herausgerechnet werden.
BIP pro KopfDabei wird das BIP durch die Einwohnerzahl geteilt. So lässt sich grob vergleichen, wie hoch die wirtschaftliche Leistung je Person ist. Der Wert ist aber nur ein Durchschnitt. Er sagt nichts darüber aus, wie Einkommen oder Vermögen tatsächlich verteilt sind und ersetzt keine Aussage über Lebensqualität oder soziale Gerechtigkeit.
BruttowertschöpfungSie zeigt, welchen zusätzlichen Wert Unternehmen oder Branchen schaffen. Vereinfacht gesagt ist das der produzierte Wert minus der Vorleistungen. Sie ist eng mit dem BIP verbunden. Addiert man die Bruttowertschöpfung aller Bereiche und korrigiert um Gütersteuern und Gütersubventionen, gelangt man zum BIP.
WirtschaftswachstumDamit ist gemeint, dass die Wirtschaftsleistung im Vergleich zu einem früheren Zeitraum steigt. Meist wird dafür das reale BIP herangezogen. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen nominalem und realem Wachstum. Real bedeutet: Preisänderungen wurden herausgerechnet. Nur so lässt sich beurteilen, ob tatsächlich mehr produziert wurde oder bloß alles teurer geworden ist.
KonjunkturDie Konjunktur beschreibt die aktuelle wirtschaftliche Lage und ihre Schwankungen, also Phasen von Aufschwung, Abschwung oder Stagnation. Sie wird von Nachfrage, Zinsen, Energiepreisen, Exporten und Erwartungen beeinflusst. Deshalb kann sich die Lage auch ohne formelle Rezession schon spürbar verschlechtern.
RezessionVon einer Rezession spricht man, wenn die Wirtschaft spürbar schrumpft. Im Alltag meint der Begriff meist eine Phase wirtschaftlicher Abschwächung. Oft wird damit eine Phase mit sinkender Wirtschaftsleistung und schwächerem Arbeitsmarkt gemeint. Der Begriff wird im Alltag manchmal breiter verwendet als in der Statistik.
InflationInflation bedeutet, dass das allgemeine Preisniveau steigt. Für Konsument:innen heißt das: Das gleiche Geld kauft im Zeitverlauf weniger. Gemessen wird sie meist mit Preisindizes wie dem VPI oder dem HVPI. Hohe Inflation schwächt die Kaufkraft, wenn Einkommen nicht ähnlich stark steigen. Besonders spürbar ist das bei Energie, Miete, Lebensmitteln und Kreditzinsen.
DeflationDas Gegenteil von Inflation. Preise sinken im Durchschnitt, was kurzfristig angenehm wirken kann, wirtschaftlich aber problematisch sein kann. Sinkende Preise können dazu führen, dass Konsument:innen Käufe aufschieben und Unternehmen weniger investieren. Das kann eine Wirtschaft zusätzlich bremsen.
StagflationDamit ist eine schwierige Mischung aus schwachem Wachstum oder Stagnation und gleichzeitig hoher Inflation gemeint. Für Politik und Zentralbanken ist das schwierig. Gegen Inflation helfen oft höhere Zinsen, gegen schwaches Wachstum eher das Gegenteil. Genau deshalb gilt Stagflation als besonders unangenehme Wirtschaftslage.
VPI (Verbraucherpreisindex)Der Verbraucherpreisindex misst die Preisentwicklung eines typischen Warenkorbs in Österreich. Er ist der klassische österreichische Inflationsmaßstab. Er bildet einen typischen Warenkorb privater Haushalte in Österreich ab. Für österreichische Alltagsvergleiche ist er meist relevanter als der EU-weite HVPI.
HVPI (Harmonisierter Verbraucherpreisindex)Der HVPI ist die EU-weit einheitliche Inflationskennzahl. Er dient vor allem dem internationalen Vergleich innerhalb Europas. Er wird nach EU-weit einheitlichen Regeln berechnet. Darum eignet er sich besser für Vergleiche zwischen Staaten als der nationale VPI.
KaufkraftKaufkraft beschreibt, wie viel man sich mit einem bestimmten Einkommen oder Geldbetrag leisten kann. Sie hängt nicht nur vom Einkommen, sondern auch vom Preisniveau ab. Deshalb kann gleich viel Geld in verschiedenen Regionen unterschiedlich viel wert sein. Gerade für Gehaltsvergleiche oder Standortbewertungen ist dieser Unterschied wichtig.
ProduktivitätSie zeigt, wie viel Output mit einem bestimmten Einsatz an Arbeit, Zeit oder Kapital erzeugt wird. Höhere Produktivität bedeutet meist effizienteres Arbeiten. Steigende Produktivität ist langfristig wichtig für Wachstum, Löhne und Wettbewerbsfähigkeit. Sie ist aber nicht automatisch dasselbe wie mehr Arbeitsstunden.
ArbeitslosenquoteSie misst den Anteil der Arbeitslosen an den Erwerbspersonen. In Österreich sollte man beachten, dass es je nach Definition unterschiedliche Quoten geben kann. Besonders oft werden AMS- und internationale ILO-Abgrenzungen unterschieden. Wer Statistiken vergleicht, sollte deshalb immer auf die zugrunde liegende Definition achten.
ErwerbsquoteSie zeigt, wie groß der Anteil jener Personen ist, die am Arbeitsmarkt teilnehmen, also arbeiten oder Arbeit suchen. Sie zeigt die Beteiligung am Arbeitsmarkt, nicht den Anteil der tatsächlich Beschäftigten. Wer Arbeit sucht, zählt hier grundsätzlich mit.
ArbeitsproduktivitätDie Arbeitsproduktivität misst, wie viel wirtschaftliche Leistung pro beschäftigter Person oder Arbeitsstunde erzielt wird. Sie ist ein Teilbereich der allgemeinen Produktivität. Meist wird sie als Output je beschäftigter Person oder je Stunde betrachtet. Sie ist ein wichtiger Faktor für Lohnentwicklung, Wettbewerbsfähigkeit und Standortpolitik.
KonsumklimaDas Konsumklima beschreibt, wie optimistisch oder vorsichtig Haushalte in Bezug auf Ausgaben, Sparen und größere Anschaffungen sind. Es ist ein Stimmungsindikator, keine harte Zahlungszahl. Trotzdem wirkt es oft auf Handel, Dienstleistungen und größere Anschaffungen.
OeNB (Österreichische Nationalbank)Die OeNB ist die österreichische Zentralbank. Sie veröffentlicht wichtige Daten, Analysen und Berichte zu Inflation, Finanzmarkt und Wirtschaft. Sie ist Teil des Eurosystems. Zu ihren Kernaufgaben zählen Bargeld, Statistik, Finanzmarktstabilität, Zahlungsverkehr und die Mitwirkung an der Geldpolitik.
Statistik AustriaStatistik Austria ist die zentrale amtliche Statistikbehörde in Österreich. Sie liefert Daten zu Bevölkerung, Wirtschaft, Preisen, Einkommen und vielen weiteren Bereichen. Sie erstellt amtliche Statistiken nach gesetzlichen Vorgaben. Viele öffentliche Debatten zu Bevölkerung, Preisen oder Wirtschaft stützen sich auf diese Daten.
BWSBWS ist die Abkürzung für Bruttowertschöpfung. In Wirtschaftsberichten taucht sie häufig als Maß für die Leistung einzelner Branchen auf. In Berichten wird die Abkürzung häufig verwendet, wenn Branchen oder Regionen verglichen werden. Gemeint ist nicht Umsatz, sondern der neu geschaffene wirtschaftliche Wert.
Banken, Zinsen und Kredite
LeitzinsDas ist ein zentraler Zinssatz der Europäischen Zentralbank. Er beeinflusst, wie teuer oder billig Geld im Euroraum tendenziell wird. Im Euroraum setzt die EZB ihre Leitzinsen fest. Änderungen wirken meist zeitverzögert auf Kredite, Sparzinsen und die allgemeine Nachfrage.
EuriborDer Euribor ist ein wichtiger Referenzzinssatz im Euroraum. Er spielt vor allem bei variabel verzinsten Krediten eine große Rolle. Er ist ein offizieller Referenzwert für mehrere Laufzeiten. Bei variablen Krediten wird oft ein Aufschlag der Bank auf den Euribor vereinbart, weshalb schon kleine Veränderungen die Monatsrate spürbar beeinflussen können.
EZBDie Europäische Zentralbank steuert die Geldpolitik im Euroraum. Ihre Entscheidungen beeinflussen Zinsen, Inflation und Kreditkosten. Ihr Hauptziel ist Preisstabilität im Euroraum. Sie beeinflusst Wirtschaft und Kreditkosten vor allem über ihre Geldpolitik und Zinssignale.
FMA (Finanzmarktaufsicht)Die FMA ist in Österreich die Aufsichtsbehörde für Banken, Versicherungen, Wertpapierfirmen und andere Teile des Finanzmarkts. Sie beaufsichtigt in Österreich unter anderem Banken, Versicherer, Wertpapierfirmen, Fonds, Pensionskassen und weitere Finanzmarktbereiche. Sie ist nicht dieselbe Institution wie die OeNB.
SollzinsDer Sollzins ist der reine Zinssatz, den man für geliehenes Geld bezahlt. Er zeigt aber noch nicht alle Nebenkosten eines Kredits. Er zeigt die Verzinsung des geliehenen Kapitals. Für einen fairen Kreditvergleich reicht er allein meist nicht aus.
EffektivzinsDer Effektivzins zeigt die Gesamtkosten eines Kredits pro Jahr deutlich besser als der Sollzins, weil er weitere Kosten mitberücksichtigt. Er ist für Vergleiche oft wichtiger als der Sollzins. Er enthält neben dem Zinssatz weitere laufzeitbezogene Kreditkosten pro Jahr.
FixzinsEin fixer Zinssatz bleibt für einen vereinbarten Zeitraum gleich. Die Kreditrate ist dadurch besser planbar. Das schützt vor steigenden Marktzinsen, wenn der Fixzinszeitraum läuft. Dafür profitiert man in dieser Phase meist nicht von sinkenden Zinsen.
Variabler ZinssatzDieser Zinssatz kann sich während der Laufzeit ändern, meist abhängig von einem Referenzwert wie dem Euribor. Steigt der Referenzwert, steigen oft auch die Raten. Sinkt er, kann der Kredit günstiger werden. Gerade deshalb ist bei variablen Krediten ein Sicherheitspuffer im Haushaltsbudget sinnvoll.
TilgungTilgung bedeutet Rückzahlung des eigentlichen Kreditbetrags. Sie ist vom Zinsanteil zu unterscheiden. Mit jeder Tilgung sinkt die Restschuld. Dadurch reduziert sich bei vielen Krediten im Zeitverlauf auch der Zinsanteil.
LaufzeitDas ist der Zeitraum, über den ein Kredit oder Vertrag läuft. Eine längere Laufzeit senkt oft die Monatsrate, erhöht aber häufig die Gesamtkosten. Sie beeinflusst Rate, Zinslast und Planbarkeit. Eine kurze Laufzeit entlastet oft bei den Gesamtkosten, erhöht aber die Monatsrate.
AnnuitätEine Annuität ist eine gleichbleibende regelmäßige Kreditrate, die aus Zinsen und Tilgung besteht. Am Anfang ist bei vielen Annuitätendarlehen der Zinsanteil höher. Später steigt in derselben Rate meist der Tilgungsanteil. Dadurch bleibt die Rate gleich, die innere Zusammensetzung verschiebt sich aber.
KreditrateDas ist der Betrag, der regelmäßig an die Bank bezahlt wird, meist monatlich. Sie setzt sich häufig aus Zinsen und Tilgung zusammen. Zusätzliche Gebühren oder Versicherungen können daneben anfallen. Für eine realistische Haushaltsplanung zählt also nicht nur die Rate allein, sondern die gesamte laufende Belastung.
BonitätBonität beschreibt die Kreditwürdigkeit einer Person oder eines Unternehmens. Je besser die Bonität, desto leichter sind Kredite oder gute Konditionen zu bekommen. Banken prüfen dafür meist Einkommen, bestehende Schulden, Zahlungsverhalten und Sicherheiten. Bonität und Kreditwürdigkeit werden oft synonym verwendet.
KSV1870Der KSV1870 ist in Österreich ein bekannter Anbieter für Bonitäts- und Wirtschaftsauskünfte. Seine Daten werden oft bei Risiko- und Kreditentscheidungen herangezogen. In Österreich wird er oft bei Bonitätsprüfungen im Unternehmens- und Privatbereich genannt. Er ist aber keine Behörde.
SicherheitenSicherheiten sind Vermögenswerte oder Zusagen, die einer Bank zusätzliche Absicherung geben, falls ein Kredit nicht zurückgezahlt wird. Typische Beispiele sind Pfandrechte, Bürgschaften oder verpfändete Guthaben. Sie sollen das Ausfallsrisiko für den Kreditgeber senken.
PfandrechtEin Pfandrecht gibt Gläubigern das Recht, auf einen bestimmten Vermögenswert zuzugreifen, wenn eine Schuld nicht erfüllt wird. Es ist eine rechtliche Absicherung zugunsten des Gläubigers. In der Praxis ist es etwa bei Immobilienfinanzierungen besonders wichtig.
KontokorrentkreditDas ist ein Kreditrahmen auf dem Geschäftskonto. Unternehmen können ihr Konto damit vorübergehend überziehen. Er dient meist der kurzfristigen Liquidität im laufenden Geschäft. Dauerhaft ist er oft teurer als andere Finanzierungsformen.
ÜberziehungsrahmenDer Überziehungsrahmen ist der maximal erlaubte negative Kontostand auf einem Konto, den eine Bank vertraglich zulässt. Er ist nur bis zur vereinbarten Grenze zulässig. Für nicht genehmigte Überziehungen können oft höhere Kosten anfallen.
SchuldendienstquoteDiese Kennzahl zeigt, wie stark das Einkommen durch Kreditraten und andere feste Schuldenzahlungen belastet wird. Je höher die Quote, desto weniger finanzieller Spielraum bleibt. Banken nutzen sie oft zur Risikobeurteilung. Für Privathaushalte ist sie ein guter Frühindikator, ob ein Kredit noch gesund tragbar ist.
KreditwürdigkeitKreditwürdigkeit ist ein anderes Wort für Bonität. Gemeint ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kredit ordnungsgemäß zurückgezahlt wird. Gemeint ist, wie wahrscheinlich eine ordnungsgemäße Rückzahlung ist. Der Begriff deckt sich weitgehend mit Bonität.
RestschuldDie Restschuld ist jener Teil eines Kredits, der zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht zurückgezahlt wurde. Sie ist wichtig bei Umschuldungen, vorzeitiger Rückzahlung oder Verkauf eines finanzierten Objekts. Sie sinkt nicht immer gleich schnell wie die Laufzeit vergeht, weil die Tilgungsstruktur entscheidend ist.
SchuldnerEin Schuldner ist eine Person oder ein Unternehmen, das einer anderen Person oder Institution Geld schuldet. Er schuldet Leistung oder Zahlung. Gegenstück dazu ist der Gläubiger.
GläubigerEin Gläubiger ist die Person oder Institution, die einen Anspruch auf Zahlung gegen einen Schuldner hat. Er hat eine Forderung gegen den Schuldner. Bei Krediten ist das meist die Bank oder ein anderer Finanzierer.
Geldanlage und Kapitalmarkt
AktieEine Aktie ist ein Anteil an einer Aktiengesellschaft. Wer Aktien besitzt, ist wirtschaftlich am Unternehmen beteiligt. Aktionär:innen tragen Chancen und Risiken des Unternehmens mit. Rechte wie Dividende oder Stimmrecht hängen von der Aktie und den Satzungen ab.
AnleiheEine Anleihe ist vereinfacht gesagt ein handelbarer Kredit. Anleger leihen einem Staat oder Unternehmen Geld und erhalten dafür Zinsen. Im Unterschied zur Aktie wird man damit nicht Eigentümer am Unternehmen. Man ist aus Sicht der Finanzierung eher Kapitalgeber als Miteigentümer.
ETFEin ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der meist einen Index nachbildet. Er gilt oft als einfache Möglichkeit, breit gestreut zu investieren. Viele ETFs bilden einen Index passiv nach. Sie unterscheiden sich von aktiv gemanagten Fonds durch Konzept, Kostenstruktur und Zielsetzung.
FondsEin Fonds bündelt das Geld vieler Anleger und investiert es nach bestimmten Regeln in Wertpapiere oder andere Anlagen. Die Auswahl der Anlagen folgt einem Fondsregelwerk. Ein Fonds kann aktiv gemanagt oder indexnah ausgestaltet sein.
SparplanBei einem Sparplan wird regelmäßig ein fixer Betrag investiert, etwa monatlich in einen ETF oder Fonds. Der Vorteil liegt oft im regelmäßigen Investieren und im Durchschnittskosteneffekt. Ein Sparplan senkt aber nicht automatisch jedes Risiko und ersetzt keine passende Produktauswahl.
DiversifikationDamit ist die Streuung von Geldanlagen gemeint. Ziel ist, das Risiko zu senken, weil nicht alles von einer einzigen Position abhängt. Sie verteilt Risiken auf verschiedene Werte, Branchen oder Regionen. Sie schützt nicht vor jedem Marktverlust, kann aber Einzelrisiken senken.
RenditeDie Rendite zeigt, wie stark sich eine Geldanlage im Verhältnis zum eingesetzten Kapital verzinst oder entwickelt hat. Sie kann aus Kursgewinnen, Ausschüttungen oder Zinsen bestehen. Sie ist nicht dasselbe wie bloßer Umsatz oder Kontostand. Für Vergleiche sollte immer klar sein, ob Kosten und Steuern schon berücksichtigt wurden.
DividendeEine Dividende ist ein Gewinnanteil, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionär:innen ausschüttet. Ob und wie viel ausgeschüttet wird, entscheidet die Gesellschaft nach ihren Regeln. Eine Dividende ist kein garantierter Ertrag. Gerade bei Krisen oder schwachen Gewinnen kann sie gekürzt oder ausgesetzt werden.
KuponDer Kupon bezeichnet bei Anleihen meist den vereinbarten Nominalzins, also den regelmäßigen Zinsanspruch. Er bezieht sich auf den Nominalwert der Anleihe. Die tatsächliche Rendite kann davon abweichen, wenn der Kaufkurs nicht genau 100 beträgt.
VolatilitätVolatilität beschreibt, wie stark Kurse schwanken. Je höher sie ist, desto unruhiger bewegt sich eine Anlage. Sie misst Schwankungsintensität, nicht automatisch das endgültige Verlustrisiko. Trotzdem ist sie ein wichtiger Hinweis auf das Risiko einer Anlage.
TERDie Total Expense Ratio zeigt die laufenden jährlichen Kosten eines Fonds oder ETF in Prozent. Die Kennzahl zeigt laufende Fondskosten pro Jahr. Transaktionskosten und manche Nebenkosten sind davon nicht immer vollständig umfasst. Für einen sauberen Vergleich ist sie hilfreich, aber nicht die einzige Kostenkennzahl.
MarktkapitalisierungSie ergibt sich aus Aktienkurs mal Anzahl der Aktien und zeigt den Börsenwert eines Unternehmens. Sie sagt etwas über die Größe an der Börse, aber nicht direkt über den Unternehmenswert im engeren Sinn. Schulden, Liquidität und Ertragskraft werden damit noch nicht vollständig erfasst.
KGVDas Kurs-Gewinn-Verhältnis setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie. Es ist eine bekannte Bewertungskennzahl. Ein hohes KGV kann auf hohe Erwartungen hindeuten. Es ist nur im Zusammenhang mit Wachstum, Branche und Risiko sinnvoll interpretierbar.
DepotEin Depot ist das Konto, auf dem Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder ETFs verwahrt werden. Über das Depot werden Kauf, Verwahrung und Verkauf von Wertpapieren abgewickelt. Es ist vom Verrechnungskonto zu unterscheiden, über das Geld ein- und ausgeht.
LiquiditätIm Kapitalmarkt meint Liquidität meist, wie leicht sich ein Wertpapier kaufen oder verkaufen lässt, ohne den Preis stark zu bewegen. Hohe Liquidität bedeutet oft engere Spreads und leichtere Handelbarkeit. Der Begriff meint hier nicht die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens.
RisikoklasseDie Risikoklasse ordnet eine Anlage nach ihrem erwarteten Schwankungs- und Verlustrisiko ein. Sie hilft bei der groben Orientierung. Sie ist eine grobe Orientierung und ersetzt keine genaue Prüfung. Zwei Produkte derselben Klasse können sich trotzdem deutlich unterscheiden.
ThesaurierendThesaurierend bedeutet, dass Erträge im Fonds bleiben und wieder angelegt werden, statt an Anleger:innen ausbezahlt zu werden. Das kann den Vermögensaufbau automatisieren. Steuerliche Behandlung und Meldepflichten sollte man trotzdem genau prüfen, gerade bei Fonds mit Österreich-Bezug.
AusschüttendAusschüttend bedeutet, dass Erträge wie Zinsen oder Dividenden regelmäßig an Anleger:innen ausgezahlt werden. Das eignet sich oft für Anleger:innen, die laufende Auszahlungen möchten. Die Ausschüttung reduziert nicht das Risiko der Anlage.
KursgewinnEin Kursgewinn entsteht, wenn ein Wertpapier teurer verkauft wird, als es ursprünglich gekauft wurde. Er wird oft erst bei Verkauf realisiert. Solange nicht verkauft wurde, ist der Gewinn meist nur buchmäßig vorhanden.
KursverlustEin Kursverlust entsteht, wenn ein Wertpapier zu einem niedrigeren Preis verkauft wird als zum Kaufzeitpunkt. Auch er wird bei vielen Anlagen erst mit dem Verkauf realisiert. Vorübergehende Schwankungen sind davon zu unterscheiden.
BörseDie Börse ist ein organisierter Markt, an dem Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen gehandelt werden. Sie schafft standardisierte Regeln, Transparenz und Handelbarkeit. In Österreich ist die Wiener Börse der zentrale Aktienmarkt.
ATXDer ATX ist der wichtigste österreichische Aktienindex. Er zeigt die Entwicklung ausgewählter großer börsennotierter Unternehmen in Wien. Er ist der Leitindex der Wiener Börse für ausgewählte große österreichische Aktien. Er zeigt also nicht die gesamte Wirtschaft, sondern nur einen Teil des Aktienmarktes.
OrderEine Order ist ein Kauf- oder Verkaufsauftrag für ein Wertpapier. Je nach Auftrag gelten unterschiedliche Bedingungen zu Preis, Dauer und Ausführung. Ohne Zusätze wird oft eine Marktorder verstanden.
Limit-OrderBei einer Limit-Order legt man fest, zu welchem Höchst- oder Mindestpreis ein Wertpapier gekauft oder verkauft werden soll. Sie soll Preisgrenzen absichern. Die Ausführung ist dafür nicht garantiert, wenn der Markt das Limit nicht erreicht.
Unternehmenssteuerung und Kennzahlen
UmsatzUmsatz ist die Summe aller Erlöse aus Verkäufen oder Leistungen, bevor Kosten abgezogen werden. Umsatz ist nicht Gewinn. Erst nach Abzug von Kosten, Steuern und weiteren Aufwendungen zeigt sich, was wirtschaftlich übrig bleibt.
GewinnGewinn ist das, was nach Abzug aller Kosten, Steuern und Aufwendungen übrig bleibt. Je nach Betrachtung gibt es unterschiedliche Gewinnbegriffe. Für Vergleiche ist wichtig, welche Kosten bereits berücksichtigt wurden.
VerlustEin Verlust liegt vor, wenn die Kosten höher sind als die Erträge. Ein Verlust mindert das Eigenkapital, wenn er nicht anders ausgeglichen wird. Er ist das Gegenteil von Gewinn.
EBITDAEBITDA steht für Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Die Kennzahl zeigt grob die operative Ertragskraft ohne einige bilanzielle Effekte. Es blendet Zinsen, Steuern und Abschreibungen aus. Darum ist es nützlich für operative Vergleiche, aber kein Ersatz für Cashflow oder Gewinn.
EBITEBIT ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern. Im Unterschied zum EBITDA sind Abschreibungen hier bereits berücksichtigt. Im Unterschied zum EBITDA sind Abschreibungen bereits enthalten. Es liegt daher meist näher an der operativen Ergebnisrechnung.
CashflowDer Cashflow zeigt, wie viel Geld tatsächlich in ein Unternehmen hinein- und hinausfließt. Er zeigt Zahlungsströme und damit die Innenfinanzierungskraft. Das unterscheidet ihn vom bloßen Buchgewinn. Für Banken, Investoren und Geschäftsführung ist er deshalb besonders wichtig.
Free CashflowDas ist jener Mittelzufluss, der nach den notwendigen Investitionen noch frei verfügbar bleibt. Er zeigt, was nach operativen Zuflüssen und notwendigen Investitionen übrig bleibt. Dieser Betrag ist oft wichtig für Schuldenabbau, Dividenden oder Wachstum.
Working CapitalWorking Capital ist vereinfacht das kurzfristig gebundene Betriebsvermögen abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten. Es zeigt, wie viel Kapital im Tagesgeschäft steckt. Ein hoher Wert kann auf gebundenes Kapital in Lager und Forderungen hinweisen. Zu wenig Working Capital kann die Zahlungsfähigkeit belasten.
DeckungsbeitragDer Deckungsbeitrag ist der Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten vom Umsatz übrig bleibt. Damit werden Fixkosten gedeckt. Er hilft bei Preisentscheidungen und Sortimentsanalysen. Erst wenn genügend Deckungsbeitrag vorhanden ist, können Fixkosten gedeckt werden.
Break-even-PointDas ist der Punkt, an dem weder Gewinn noch Verlust entsteht. Die Erlöse decken dort genau die gesamten Kosten. Unterhalb davon entsteht Verlust, oberhalb davon Gewinn. Die Kennzahl ist vor allem für Planung und Kalkulation wichtig.
MargeMarge ist eine Gewinn- oder Aufschlagsgröße. Je nach Zusammenhang kann sie unterschiedlich berechnet werden. Je nach Kontext ist Umsatzmarge, Bruttomarge oder Nettomarge gemeint. Der Begriff sollte daher nie ohne Bezug verwendet werden.
EigenkapitalquoteSie zeigt, wie hoch der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme ist. Eine höhere Quote bedeutet meist mehr finanzielle Stabilität. Sie ist ein Stabilitätsindikator. Eine höhere Quote verbessert oft die Krisenfestigkeit und kann die Finanzierung erleichtern.
VerschuldungsgradDiese Kennzahl setzt Schulden ins Verhältnis zum Eigenkapital oder zu einer anderen Bezugsgröße. Je höher er ist, desto stärker hängt ein Unternehmen von Fremdkapital ab. Die genaue Aussage hängt von der Berechnungsmethode ab. Deshalb sollte man bei Vergleichen immer dieselbe Definition verwenden.
LiquiditätsgradDer Liquiditätsgrad zeigt, ob ein Unternehmen seine kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen decken kann. Er ist von der Liquidität eines Wertpapiers zu unterscheiden. Hier geht es um die kurzfristige Zahlungsfähigkeit des Unternehmens.
ROIReturn on Investment misst, wie rentabel ein eingesetztes Kapital war. Die Kennzahl hilft bei Investitionsvergleichen. Er setzt Ertrag in Beziehung zum eingesetzten Kapital. Dadurch wird sichtbar, wie effizient Kapital verwendet wurde.
ROASROAS misst, wie viel Umsatz im Verhältnis zu eingesetzten Werbekosten erzielt wurde. Im Unterschied zum ROI bezieht sich ROAS speziell auf Werbeausgaben. Er misst Umsatz, nicht automatisch Gewinn. Für Marketingentscheidungen ist das nützlich, ersetzt aber keine Profitabilitätsrechnung.
KapitalumschlagDer Kapitalumschlag zeigt, wie effizient ein Unternehmen sein eingesetztes Kapital zur Umsatzgenerierung nutzt. Ein hoher Kapitalumschlag zeigt meist, dass mit wenig gebundenem Kapital viel Umsatz erzeugt wird. Er ist oft Teil weiterer Rentabilitätsanalysen.
LagerumschlagDer Lagerumschlag zeigt, wie oft ein Warenlager innerhalb eines Zeitraums verkauft und wieder aufgefüllt wird. Ein hoher Lagerumschlag kann auf effiziente Lagerhaltung hinweisen. Zu niedrige Werte binden Kapital und erhöhen oft Lagerkosten.
OPEXOPEX steht für laufende operative Kosten, also Ausgaben des täglichen Geschäftsbetriebs. Gemeint sind laufende Betriebsausgaben. OPEX ist von CAPEX zu unterscheiden, also von Investitionen in langfristige Vermögenswerte.
CAPEXCAPEX steht für Investitionen in langfristige Vermögenswerte, etwa Maschinen, IT-Systeme oder Gebäude. CAPEX schafft oder erweitert langfristige Werte. Anders als OPEX wird es meist nicht sofort vollständig als Aufwand verbucht.
RunwayRunway beschreibt, wie lange das vorhandene Geld noch reicht, bis neues Kapital oder positive Cashflows nötig werden. Der Begriff wird oft bei Start-ups verwendet. Er zeigt, wie viele Monate das verfügbare Geld beim aktuellen Verbrauch ungefähr reicht.
Burn RateDie Burn Rate zeigt, wie schnell ein Unternehmen Geld verbraucht, meist pro Monat. Sie wird meist monatlich betrachtet. Zusammen mit dem Runway zeigt sie, wie dringend neue Finanzierung oder positive Cashflows werden.
KPIKPI steht für Key Performance Indicator, also eine zentrale Kennzahl zur Steuerung oder Messung von Erfolg. Nicht jede Kennzahl ist automatisch ein guter KPI. Ein KPI sollte steuerungsrelevant, messbar und klar interpretierbar sein.
BenchmarkEine Benchmark ist ein Vergleichswert oder Referenzmaßstab, an dem Leistungen, Preise oder Kennzahlen gemessen werden. Sie dient als Vergleichsmaßstab. Erst im Vergleich wird sichtbar, ob ein Wert eher stark, schwach oder durchschnittlich ist.
Rechnungswesen und Buchhaltung
BilanzDie Bilanz ist eine stichtagsbezogene Gegenüberstellung von Vermögen und Kapital eines Unternehmens. Sie zeigt die finanzielle Lage zu einem Stichtag und nicht den ganzen Jahresverlauf. Ergänzt wird sie oft durch GuV und Anhang.
AktivseiteAuf der Aktivseite steht, wofür das Vermögen des Unternehmens verwendet wird, also etwa Anlagen, Vorräte oder Forderungen. Sie beantwortet die Frage: Worin steckt das Vermögen? Die Gegenfrage nach der Finanzierung beantwortet die Passivseite.
PassivseiteAuf der Passivseite steht, woher das Kapital stammt, also zum Beispiel Eigenkapital oder Schulden. Sie zeigt, woher das Kapital stammt. Aktiv- und Passivseite sind in der Bilanz immer gleich hoch.
AnlagevermögenDazu gehören Vermögenswerte, die dem Unternehmen längerfristig dienen, etwa Maschinen, Gebäude oder langfristige Beteiligungen. Es ist für eine längerfristige Nutzung bestimmt. Typisch sind Maschinen, Gebäude oder langfristige Beteiligungen.
UmlaufvermögenDas sind Vermögenswerte, die sich laufend verändern oder kurzfristig verbraucht werden, etwa Warenlager, Kassa oder Forderungen. Es ist für das laufende Geschäft bestimmt und meist kurzfristiger gebunden. Dazu zählen etwa Vorräte, Kassa und Forderungen.
ForderungEine Forderung ist ein offener Anspruch auf Zahlung gegenüber Kund:innen oder anderen Schuldnern. Sie entsteht oft nach einer Lieferung auf Rechnung. Für das Unternehmen ist sie ein Vermögenswert, bis bezahlt wird.
VerbindlichkeitEine Verbindlichkeit ist eine offene Zahlungspflicht des Unternehmens gegenüber anderen. Sie ist das Gegenstück zur Forderung aus Sicht des Schuldners. Für das Unternehmen ist sie Fremdkapital.
RückstellungRückstellungen werden für erwartete, aber noch nicht genau feststehende Verpflichtungen gebildet. Sie betrifft ungewisse Verpflichtungen nach Grund oder Höhe. Sie ist von einer sicheren Verbindlichkeit zu unterscheiden. Typische Fälle sind Garantien, Prozesse oder offene Urlaubsansprüche.
AbschreibungEine Abschreibung verteilt die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Vermögenswerts über seine Nutzungsdauer. Sie verteilt die Kosten auf die Nutzungsdauer. Damit wird der Werteverzehr eines Vermögensgegenstands periodengerecht erfasst.
AfAAfA steht für Absetzung für Abnutzung. Im Steuer- und Rechnungswesen ist damit meist die planmäßige Abschreibung gemeint. Im Alltag wird AfA oft gleichbedeutend mit planmäßiger Abschreibung verwendet. Der Begriff ist besonders im Steuerrecht gebräuchlich.
GuVDie Gewinn- und Verlustrechnung zeigt Erträge und Aufwendungen eines Zeitraums und führt zum Jahresergebnis. Sie zeigt den Erfolg eines Zeitraums und endet beim Jahresergebnis. Anders als die Bilanz ist sie nicht stichtagsbezogen.
JahresabschlussDer Jahresabschluss fasst die wirtschaftliche Lage eines Geschäftsjahres zusammen. Je nach Unternehmen gehören dazu unter anderem Bilanz und GuV. Je nach Rechtsform und Größe gehören weitere Bestandteile dazu. Bilanz und GuV sind aber die klassischen Kernelemente.
InventurDie Inventur ist die tatsächliche Bestandsaufnahme von Vermögenswerten und Schulden. Sie dient der Kontrolle der Buchwerte durch tatsächliche Bestandsaufnahme. Aus ihr entsteht das Inventar.
SkontoSkonto ist ein Preisnachlass, wenn eine Rechnung besonders schnell bezahlt wird. Für Käufer senkt Skonto die tatsächlichen Kosten. Unternehmen müssen dabei auf korrekte Buchung und Umsatzsteuer achten.
MahnungEine Mahnung erinnert an eine offene Zahlung und setzt den Schuldner meist nochmals unter klaren Zahlungsdruck. Sie ist oft Vorstufe zu weiteren Schritten wie Inkasso oder Klage. Ob eine Mahnung rechtlich nötig ist, hängt vom Fall ab.
ZahlungszielDas Zahlungsziel ist die Frist, innerhalb der eine Rechnung bezahlt werden soll. Es steuert, bis wann bezahlt werden soll. Danach kann unter Voraussetzungen Zahlungsverzug eintreten.
BuchwertDer Buchwert ist der Wert, mit dem ein Vermögensgegenstand in der Buchhaltung angesetzt ist. Er muss nicht dem Marktwert entsprechen. Nach Abschreibungen oder Zuschreibungen kann er deutlich davon abweichen.
BelegEin Beleg ist der Nachweis für einen geschäftlichen Vorgang, etwa eine Rechnung, Quittung oder Gutschrift. Ohne Beleg ist eine ordentliche Buchführung oft nicht möglich. Belege sind wichtig für Nachweis, Prüfung und Aufbewahrung.
Steuern und Abgaben in Österreich
EinkommensteuerSie betrifft natürliche Personen und wird in Österreich grundsätzlich progressiv nach der Höhe des Einkommens berechnet. Sie ist in Österreich progressiv ausgestaltet. Je nach Einkommenshöhe steigen die Tarifstufen. Deshalb ist nicht jeder zusätzliche Euro gleich hoch besteuert.
LohnsteuerDie Lohnsteuer ist die Form der Einkommensteuer, die bei unselbständig Beschäftigten direkt vom Gehalt einbehalten wird. Sie ist keine eigene Steuerart neben der Einkommensteuer, sondern ihre Erhebungsform bei unselbständiger Arbeit. Der Arbeitgeber führt sie laufend ab.
KörperschaftsteuerSie betrifft in Österreich vor allem Kapitalgesellschaften wie GmbH oder AG. Auf deren steuerpflichtigen Gewinn fällt ein fixer Steuersatz an. Anders als die Einkommensteuer ist sie nicht progressiv gestaffelt, sondern folgt einem linearen System.
UmsatzsteuerDie Umsatzsteuer ist die Steuer auf Lieferungen und Leistungen. In Österreich gilt meist 20 Prozent, für bestimmte Bereiche aber ein ermäßigter Satz. Für Unternehmen ist wichtig: Die Steuer wird zwar eingehoben und abgeführt, wirtschaftlich tragen soll sie im Regelfall der Endverbraucher.
VorsteuerVorsteuer ist die Umsatzsteuer, die ein Unternehmen selbst beim Einkauf bezahlt hat. Sie fällt auf Eingangsrechnungen eines Unternehmens an. Ob sie abziehbar ist, hängt vom Leistungsbezug und den gesetzlichen Voraussetzungen ab.
VorsteuerabzugBeim Vorsteuerabzug darf ein Unternehmen die gezahlte Vorsteuer unter Voraussetzungen von seiner eigenen Umsatzsteuerschuld abziehen. Er verhindert, dass Unternehmen die Umsatzsteuer wirtschaftlich doppelt tragen. Voraussetzung sind unter anderem ordnungsgemäße Rechnungen und abzugsfähige Leistungen.
Reverse ChargeBeim Reverse-Charge-System schuldet nicht die leistende Firma die Umsatzsteuer, sondern die empfangende Firma. Das ist der Übergang der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger. In der Praxis ist das besonders bei bestimmten grenzüberschreitenden oder spezialgesetzlich geregelten Fällen wichtig.
KESt (Kapitalertragsteuer)Die Kapitalertragsteuer ist in Österreich eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer auf Kapitalerträge. Typischerweise wird sie direkt von der auszahlenden Stelle einbehalten. Dadurch müssen viele Kapitalerträge nicht noch einmal gesondert im Alltag versteuert werden, sofern keine Sonderfälle vorliegen.
NoVA (Normverbrauchsabgabe)Die Normverbrauchsabgabe ist eine österreichische Abgabe, die vor allem bei der Erstzulassung bestimmter Fahrzeuge anfällt. Sie betrifft vor allem die erstmalige Zulassung bestimmter Fahrzeuge in Österreich. Die Höhe hängt wesentlich vom Fahrzeug und seiner Einstufung ab.
KommunalsteuerDie Kommunalsteuer ist eine gemeindebezogene Abgabe auf Arbeitslöhne. Unternehmen mit Personal müssen sie beachten. Sie wird von Gemeinden erhoben und zählt zu den typischen lohnabhängigen Abgaben eines Betriebs.
DB (Dienstgeberbeitrag)Der DB ist eine Lohnnebenabgabe zum Familienlastenausgleichsfonds, die vom Arbeitgeber berechnet und abgeführt wird. Er ist eine Selbstbemessungsabgabe des Arbeitgebers. Für Unternehmen gehört er daher zu den wichtigen laufenden Personalnebenkosten.
DZ (Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag)Der DZ ist eine zusätzliche Abgabe für Wirtschaftskammermitglieder. Die Höhe ist bundeslandabhängig. Er kommt zusätzlich zum DB hinzu. Die genaue Belastung hängt also auch vom Standort des Unternehmens ab.
GewinnfreibetragDas ist ein steuerlicher Freibetrag für betriebliche Einkünfte natürlicher Personen. Er soll unter bestimmten Voraussetzungen die Steuerlast senken. Er gilt für betriebliche Einkünfte natürlicher Personen und ist besonders für Selbständige und Einzelunternehmen relevant.
SteuernummerDie Steuernummer dient der Identifikation im Steuerverfahren. Sie ist nicht dasselbe wie die UID-Nummer. Sie dient der Kommunikation mit dem Finanzamt. Sie ist von der UID-Nummer für Umsatzsteuerzwecke klar zu unterscheiden.
ArbeitnehmerveranlagungDas ist der österreichische Steuerausgleich für Arbeitnehmer:innen. Damit können zu viel gezahlte Steuern oder bestimmte Absetzbeträge berücksichtigt werden. Damit können Werbungskosten, Sonderausgaben oder Absetzbeträge berücksichtigt werden. Sie ist im Alltag oft als Steuerausgleich bekannt.
UID-NummerDie Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist die steuerliche Kennnummer für umsatzsteuerlich registrierte Unternehmen, besonders wichtig bei EU-Geschäften. Sie ist besonders bei EU-Lieferungen und EU-Dienstleistungen wichtig. Jedes Unternehmen hat grundsätzlich nur eine österreichische UID.
EORI-NummerDie EORI-Nummer ist die EU-weite Kennnummer für Wirtschaftsbeteiligte im Zollbereich. Sie dient der EU-weiten Identifikation im Zollbereich. Wer zollrelevante Vorgänge abwickelt, braucht sie häufig.
OSSOSS steht für One-Stop-Shop. Das Verfahren erleichtert bestimmte umsatzsteuerliche Meldungen bei grenzüberschreitenden Leistungen oder Lieferungen innerhalb der EU. Über das One-Stop-Shop-Verfahren können bestimmte grenzüberschreitende Umsatzsteuermeldungen zentral abgewickelt werden. In Österreich läuft die Registrierung dafür elektronisch über FinanzOnline.
Innergemeinschaftlicher ErwerbDamit ist der Erwerb von Waren aus einem anderen EU-Mitgliedstaat gemeint, der umsatzsteuerlich besonders behandelt wird. Er betrifft Warenbewegungen zwischen EU-Mitgliedstaaten. Umsatzsteuerlich gelten dafür eigene Regeln mit Erwerbsbesteuerung.
SelbstbemessungsabgabeEine Selbstbemessungsabgabe wird vom Steuerpflichtigen selbst berechnet und abgeführt, etwa bei Umsatzsteuer oder Lohnabgaben. Die Abgabe wird vom Steuerpflichtigen selbst berechnet, gemeldet und abgeführt. Typische Beispiele sind Lohnabgaben und Umsatzsteuer.
FreibetragEin Freibetrag ist ein Teil des Einkommens oder einer Bemessungsgrundlage, der steuerlich nicht belastet wird. Er mindert die steuerliche Bemessungsgrundlage. Dadurch sinkt die Steuer nur indirekt. Der Unterschied zum Absetzbetrag ist für die Praxis sehr wichtig.
AbsetzbetragEin Absetzbetrag vermindert direkt die berechnete Steuer und nicht nur die steuerliche Bemessungsgrundlage. Er vermindert die bereits berechnete Steuer direkt. Das ist ein wichtiger Unterschied zum Freibetrag.
SteuererklärungIn der Steuererklärung werden Einkünfte, Ausgaben und weitere steuerlich relevante Angaben an das Finanzamt gemeldet. Sie kann je nach Fall verpflichtend oder freiwillig sein. Darin werden die für die Besteuerung relevanten Daten offengelegt.
FinanzamtDas Finanzamt ist die zuständige Behörde für Steuern und Abgaben. In Österreich laufen viele Wege heute digital über FinanzOnline. In Österreich ist vieles digital organisiert. Für Unternehmen und Privatpersonen ist FinanzOnline heute ein zentraler Zugang.
Rechtsformen und Unternehmensrecht
EinzelunternehmenDas ist die einfachste Rechtsform. Eine einzelne natürliche Person betreibt das Unternehmen auf eigene Rechnung und eigenes Risiko. Es gibt keine von der Person getrennte juristische Einheit. Unternehmer:in und Unternehmen fallen rechtlich weitgehend zusammen.
e.U.e.U. steht für eingetragene Unternehmerin oder eingetragener Unternehmer. Diese Bezeichnung darf ein Einzelunternehmen verwenden, wenn es im Firmenbuch eingetragen ist. Die Bezeichnung setzt eine Eintragung im Firmenbuch voraus. Ohne Firmenbucheintragung darf ein Einzelunternehmen dieses Kürzel nicht führen.
OGDie offene Gesellschaft ist eine Personengesellschaft mit mindestens zwei Gesellschafter:innen, die grundsätzlich unbeschränkt haften. Alle Gesellschafter:innen haften grundsätzlich unbeschränkt. Die OG ist damit deutlich personenbezogener als eine Kapitalgesellschaft.
KGDie Kommanditgesellschaft ist eine Personengesellschaft mit mindestens einem unbeschränkt haftenden Komplementär und mindestens einem beschränkt haftenden Kommanditisten. Hier gibt es zwei Haftungsebenen. Komplementäre haften unbeschränkt, Kommanditist:innen grundsätzlich nur beschränkt.
GmbHDie Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist eine Kapitalgesellschaft. Sie ist eine eigene juristische Person und haftet grundsätzlich mit dem Gesellschaftsvermögen. Für Gründer:innen ist sie deshalb oft attraktiv, weil Privat- und Gesellschaftsebene rechtlich getrennt sind.
FlexCoDie Flexible Kapitalgesellschaft ist eine junge österreichische Kapitalgesellschaftsform, die besonders für Start-ups und flexible Beteiligungsmodelle gedacht ist. Die FlexCo wurde in Österreich eingeführt, um moderne Beteiligungsmodelle rechtlich besser abzubilden. Sie ist stark an die GmbH angelehnt, aber in manchen Punkten flexibler aufgebaut.
AGDie Aktiengesellschaft ist eine Kapitalgesellschaft, deren Kapital in Aktien zerlegt ist. Sie eignet sich eher für größere Strukturen und Kapitalmarktbezug. Das Gesellschaftskapital ist in Aktien zerlegt, was Beteiligung und Kapitalaufnahme erleichtern kann.
GmbH & Co KGDas ist eine Mischform, bei der die unbeschränkt haftende Rolle in der KG von einer GmbH übernommen wird. Die Haftung wird oft praktisch über die GmbH begrenzt. Rechtlich bleibt die KG aber eine Personengesellschaft. Gerade im Mittelstand ist diese Struktur deshalb beliebt.
GenossenschaftEine Genossenschaft ist eine Rechtsform, bei der die Förderung ihrer Mitglieder im Vordergrund steht. Im Mittelpunkt steht die Förderung der Mitglieder und nicht bloß Kapitalrendite. Sie eignet sich oft für gemeinschaftliche wirtschaftliche Zwecke, etwa im Wohnbau oder in regionalen Projekten.
GesbRDie Gesellschaft bürgerlichen Rechts ist eine einfache Personengesellschaft ohne eigene Firmenbucheintragung, solange keine andere Eintragungspflicht greift. Sie ist einfach zu gründen, aber weniger formalisiert. Wenn gesetzliche Schwellen überschritten werden, kann eine andere Rechtsform nötig werden.
GesellschafterGesellschafter:innen sind Personen oder Unternehmen, die an einer Gesellschaft beteiligt sind. Ihre Rechte und Pflichten hängen von Rechtsform, Vertrag und Beteiligung ab. Sie sind nicht automatisch identisch mit der Geschäftsführung.
GeschäftsführerDer Geschäftsführer leitet eine GmbH oder FlexCo nach außen und innen und vertritt sie rechtlich. Er führt die Gesellschaft operativ und vertritt sie nach außen. Gesellschafter und Geschäftsführer können, müssen aber nicht dieselben Personen sein.
ProkuraProkura ist eine besonders weitreichende handelsrechtliche Vollmacht, die im Firmenbuch eingetragen wird. Sie ist umfassender als eine normale Vollmacht. Bestimmte besonders weitgehende Geschäfte bleiben dennoch gesondert beschränkt.
StammkapitalDas Stammkapital ist das fest zugesagte Kapital einer Kapitalgesellschaft, etwa einer GmbH oder FlexCo. Es dient als grundlegende Kapitalausstattung der Gesellschaft. Bei GmbH und FlexCo ist es rechtlich fix geregelt.
FirmenbuchDas Firmenbuch ist das öffentliche Register für viele Unternehmen in Österreich. Dort finden sich rechtlich wichtige Daten wie Name, Sitz, Vertretung oder Rechtsform. Es ist ein öffentliches Register, das von den Firmenbuchgerichten geführt wird. Einsicht ist grundsätzlich möglich, teils kostenpflichtig.
GewerbeberechtigungViele selbständige Tätigkeiten dürfen in Österreich erst ausgeübt werden, wenn die passende Gewerbeberechtigung vorliegt. Ob sie nötig ist, hängt von der konkreten Tätigkeit ab. Zuständig ist grundsätzlich die Bezirksverwaltungsbehörde oder der Magistrat.
Freies GewerbeFür freie Gewerbe braucht man grundsätzlich keinen speziellen Befähigungsnachweis, sondern vor allem die allgemeinen Voraussetzungen. Es braucht keinen besonderen Befähigungsnachweis. Die allgemeinen gewerberechtlichen Voraussetzungen müssen aber trotzdem erfüllt sein.
Reglementiertes GewerbeHier ist zusätzlich ein Befähigungsnachweis oder eine gleichwertige Qualifikation erforderlich. Hier verlangt das Gesetz zusätzlich fachliche Qualifikation. Die Anforderungen sind je nach Gewerbe unterschiedlich.
BefähigungsnachweisDas ist der Nachweis, dass jemand für ein reglementiertes Gewerbe fachlich qualifiziert ist. Damit wird die fachliche Eignung belegt. Er ist vor allem bei reglementierten Gewerben zentral.
Gewerberechtlicher GeschäftsführerDiese Person trägt in vielen Fällen die fachliche Verantwortung dafür, dass ein Gewerbe rechtmäßig ausgeübt wird. Er muss bei reglementierten Gewerben in vielen Fällen den Befähigungsnachweis erfüllen. Er trägt die fachliche Verantwortung für die Gewerbeausübung.
WiEReGDieses Register macht wirtschaftliche Eigentümer bestimmter Rechtsträger sichtbar und dient vor allem Transparenz- und Geldwäschepräventionszwecken. Das Register dient Transparenz und der Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Es betrifft bestimmte Rechtsträger mit inländischem Bezug.
InsolvenzVon einer Insolvenz spricht man, wenn ein Schuldner seine Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen kann oder überschuldet ist. Sie liegt typischerweise bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung vor. Ziel ist entweder geordnete Abwicklung oder Sanierung.
KonkursIm Alltag wird Konkurs oft als allgemeiner Begriff für ein Insolvenzverfahren verwendet. Rechtlich spricht man in Österreich meist vom Insolvenzverfahren. Der Ausdruck ist im Alltag noch verbreitet. Im heutigen österreichischen Recht spricht man überwiegend vom Insolvenzverfahren.
SanierungsverfahrenEin Sanierungsverfahren soll insolventen Unternehmen die Möglichkeit geben, sich unter bestimmten Bedingungen zu restrukturieren und fortzuführen. Es soll die Fortführung eines Unternehmens unter gerichtlichem Rahmen ermöglichen. Typisch sind Restrukturierung und ein Sanierungsplan.
EdiktsdateiDie Ediktsdatei ist das elektronische Veröffentlichungsmedium der Justiz für bestimmte gerichtliche Bekanntmachungen, darunter Insolvenzbekanntmachungen. Dort veröffentlicht die Justiz unter anderem Insolvenzbekanntmachungen. Sie ist das offizielle elektronische Veröffentlichungsmedium für viele gerichtliche Kundmachungen.
Arbeit, Gehalt und Sozialversicherung
BruttoBrutto ist der Betrag vor Abzug von Steuern und Sozialversicherung. Vom Bruttobetrag gehen je nach Fall Sozialversicherung, Lohnsteuer und weitere Abzüge weg. Brutto ist daher nicht gleich verfügbarer Auszahlungsbetrag.
NettoNetto ist der Betrag, der nach den gesetzlichen Abzügen tatsächlich ausbezahlt wird. Das ist der tatsächlich ausbezahlte Betrag nach den üblichen gesetzlichen Abzügen. Netto ist daher für den Alltag oft die greifbarere Zahl.
KollektivvertragEin Kollektivvertrag regelt Mindeststandards wie Löhne, Gehälter, Arbeitszeit oder Sonderzahlungen für eine Branche oder Berufsgruppe. Er legt Mindeststandards fest, nicht zwingend die gesamte tatsächliche Entlohnung. Einzelverträge dürfen darüber hinausgehen, aber nicht darunter.
SonderzahlungSonderzahlungen sind zusätzliche Bezüge, die nicht monatlich laufend anfallen, etwa Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. In Österreich sind typische Sonderzahlungen das Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Ihre Behandlung hängt stark vom Kollektivvertrag und Steuerrecht ab.
SachbezugEin Sachbezug ist ein geldwerter Vorteil, den Beschäftigte statt oder zusätzlich zu Geld erhalten, etwa ein Firmenauto zur Privatnutzung. Solche Vorteile werden steuerlich oft bewertet, als wären sie Geld. Wichtig ist daher die Unterscheidung zwischen Barlohn und geldwertem Vorteil.
Geringfügige BeschäftigungDabei bleibt das Entgelt unter einer gesetzlich festgelegten Grenze. Das hat Folgen für Sozialversicherung und Abgaben. Gerade in Österreich ist dieser Begriff im Arbeitsalltag wichtig, weil davon Meldepflichten, Versicherungsschutz und Nebentätigkeiten abhängen.
DienstnehmerDas ist die in Österreich oft verwendete formale Bezeichnung für Arbeitnehmer:innen. Der Begriff wird im österreichischen Recht und in der Lohnverrechnung häufig verwendet. Gemeint ist im Kern die arbeitnehmende Person.
DienstgeberDienstgeber ist die formale Bezeichnung für Arbeitgeber:innen. Das ist der formale Gegenbegriff zu Dienstnehmer. Im Alltag spricht man meist von Arbeitgeber.
Freier DienstnehmerFreie Dienstnehmer:innen arbeiten persönlich für jemanden, sind aber arbeitsrechtlich nicht vollständig wie klassische Arbeitnehmer:innen eingebunden. Er arbeitet persönlich, ist aber weniger in die betriebliche Organisation eingegliedert als klassische Arbeitnehmer:innen. Deshalb gelten arbeitsrechtlich andere Regeln.
Neue SelbständigeDamit sind in Österreich selbständig Tätige gemeint, die kein Gewerbe brauchen und nicht klassische Freiberufler im engeren Sinn sind, zum Beispiel manche Vortragende oder Kreative. Sie brauchen oft kein Gewerbe, sind aber dennoch selbständig tätig. Sozialversicherungsrechtlich gelten dafür eigene Regeln.
ASVGDas Allgemeine Sozialversicherungsgesetz ist die zentrale Rechtsgrundlage für viele unselbständig Beschäftigte. Es ist die zentrale Grundlage für viele unselbständig Beschäftigte. Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung greifen hier oft zusammen.
GSVGDas Gewerbliche Sozialversicherungsgesetz regelt vor allem die Sozialversicherung vieler Selbständiger. Es regelt vor allem die Sozialversicherung von Gewerbetreibenden und vielen Selbständigen. Für neue Selbständige gibt es ebenfalls wichtige Anknüpfungen.
SVSDie Sozialversicherung der Selbständigen ist in Österreich die zuständige Sozialversicherung für viele Selbständige. Sie ist die zuständige Sozialversicherung für viele Selbständige in Österreich. Sie betreut vor allem Gewerbetreibende, Bauern und neue Selbständige.
AMSDas AMS ist das Arbeitsmarktservice Österreich. Es ist für Arbeitsvermittlung, Arbeitslosenleistungen und viele arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zuständig. Es vermittelt Arbeit, betreut Arbeitsuchende und zahlt bestimmte Leistungen wie Arbeitslosengeld aus. Es ist damit Arbeitsmarktinstitution und Leistungsstelle zugleich.
AKDie AK ist die Arbeiterkammer. Sie vertritt Arbeitnehmer:innen und berät unter anderem zu Arbeitsrecht, Konsumentenschutz und Steuerfragen. Sie ist die gesetzliche Interessenvertretung der Arbeitnehmer:innen. Sie ist keine Behörde, bietet aber wichtige Beratung.
ÖGKDie Österreichische Gesundheitskasse ist die Krankenversicherung für viele Arbeitnehmer:innen und Pensionist:innen. Sie ist die große gesetzliche Krankenversicherung für viele Arbeitnehmer:innen und Pensionist:innen. Sie organisiert Sachleistungen und bestimmte Geldleistungen der Krankenversicherung.
DienstzettelDer Dienstzettel ist eine schriftliche Zusammenfassung wichtiger Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis. Er fasst wesentliche Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis schriftlich zusammen. Er ist nicht genau dasselbe wie ein ausführlicher Dienstvertrag.
DienstvertragDer Dienstvertrag regelt das Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitnehmer:in und Arbeitgeber:in, etwa zu Tätigkeit, Entgelt und Arbeitszeit. Er regelt die konkreten Bedingungen des Arbeitsverhältnisses. Ergänzend gelten oft Kollektivvertrag und Gesetz.
KündigungsfristDie Kündigungsfrist ist der Zeitraum zwischen der Kündigung und dem tatsächlichen Ende des Arbeitsverhältnisses. Sie schafft Vorlauf zwischen Erklärung und Ende des Arbeitsverhältnisses. Länge und Termine hängen von Vertrag, Kollektivvertrag und Gesetz ab.
Abfertigung neuDas neue Abfertigungssystem gilt grundsätzlich für Arbeitsverhältnisse, die ab 2003 begonnen haben. Beiträge werden in eine Vorsorgekasse eingezahlt. Die Beiträge bleiben nicht beim Arbeitgeber liegen, sondern werden laufend extern verwaltet. Das macht das System im Berufsleben portabler.
VorsorgekasseDort werden die Beiträge zur Abfertigung neu verwaltet und veranlagt. Dort werden die laufenden Abfertigungsbeiträge gesammelt und veranlagt. Bei bestimmten Beendigungen kann ein Auszahlungsanspruch entstehen.
PensionsversicherungDie Pensionsversicherung ist jener Teil der Sozialversicherung, der später die gesetzliche Pension mitfinanziert. Sie finanziert die gesetzliche Alterssicherung mit. Auch bestimmte Ersatz- und Versicherungszeiten spielen dafür eine Rolle.
KrankenversicherungDie Krankenversicherung deckt in Österreich viele Kosten für medizinische Leistungen, Behandlungen und ärztliche Versorgung. Sie deckt medizinische Leistungen im gesetzlichen System ab. Je nach Status bestehen Sachleistungen und teils Geldleistungen.
UnfallversicherungDie Unfallversicherung schützt bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten und finanziert bestimmte Leistungen und Rehabilitationsmaßnahmen. Sie ist vor allem bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten relevant. Sie umfasst auch Rehabilitation und bestimmte Rentenleistungen.
Gründung, Verwaltung und digitale Behördenwege
FinanzOnlineDas ist das zentrale Online-Portal der österreichischen Finanzverwaltung für Steuererklärungen und viele Anträge. Darüber laufen in Österreich viele Steuererklärungen, Anträge und Mitteilungen digital. Für Unternehmen und Privatpersonen ist es ein zentrales Portal.
ID AustriaDie ID Austria ist ein digitaler Identitätsnachweis und inzwischen der Standardzugang für viele Online-Behördendienste. Sie ist der digitale Identitätsnachweis für viele Online-Verfahren in Österreich und die Weiterentwicklung von Handy-Signatur und Bürgerkarte. Sie dient auch zum elektronischen Signieren.
USP (Unternehmensserviceportal)Das Unternehmensserviceportal ist die zentrale Onlineplattform für viele digitale Behördenwege von Unternehmen in Österreich. Es ist die zentrale Onlineplattform für Unternehmen in Österreich. Viele Behördenwege und Registerzugänge laufen dort gebündelt zusammen.
WKODie Wirtschaftskammer Österreich vertritt Unternehmen und stellt viele Informationen zu Gründung, Gewerberecht, Steuern und Kollektivverträgen bereit. Sie ist die gesetzliche Interessenvertretung der Wirtschaft. Viele Gründer:innen nutzen ihre Informationen zu Gewerberecht, Steuern und Kollektivverträgen.
ÖNACEDie ÖNACE ist die österreichische Systematik der Wirtschaftstätigkeiten. Sie ordnet Unternehmen statistisch einer Branche zu. Sie ordnet wirtschaftliche Tätigkeiten statistisch ein. Sie ist wichtig für Statistik, Förderlogik, Behördenwege und Marktanalysen.
FirmenwortlautDer Firmenwortlaut ist der offizielle eingetragene Name eines Unternehmens. Er ist der rechtlich relevante offizielle Name im Firmenbuch. Im Marketing kann zusätzlich ein Markenname verwendet werden.
BetriebsstätteEine Betriebsstätte ist ein örtlich fester Platz, von dem aus ein Unternehmen seine Tätigkeit ganz oder teilweise ausübt. Sie ist für Steuer-, Gewerbe- und Organisationsfragen wichtig. Nicht jeder Einsatzort ist automatisch eine Betriebsstätte im rechtlichen Sinn.
BusinessplanEin Businessplan beschreibt Geschäftsidee, Markt, Strategie, Finanzierung und wirtschaftliche Planung eines Unternehmens. Er dient nicht nur Banken oder Investor:innen, sondern auch der eigenen Strukturierung. Gute Businesspläne verbinden Idee, Markt und Zahlen logisch.
LiquiditätsplanungDie Liquiditätsplanung zeigt, wann im Unternehmen Geld ein- und ausgeht und ob genügend Mittel vorhanden sein werden. Sie fragt nicht nach Gewinn, sondern nach Zahlungsfähigkeit. Ein profitables Unternehmen kann trotzdem Liquiditätsprobleme haben.
FinanzierungsplanEin Finanzierungsplan zeigt, wie Investitionen oder laufender Bedarf durch Eigenkapital, Kredite oder andere Mittel gedeckt werden sollen. Er zeigt, wie Kapitalbedarf gedeckt werden soll. Damit hängt er eng mit Businessplan und Liquiditätsplanung zusammen.
RechnungEine Rechnung ist die formale Zahlungsaufforderung für eine Lieferung oder Leistung und muss bestimmte Pflichtangaben enthalten. In Österreich und der EU gibt es Pflichtangaben, vor allem im Umsatzsteuerrecht. Eine Rechnung ist von einer Quittung zu unterscheiden.
QuittungEine Quittung bestätigt, dass eine Zahlung bereits erhalten wurde. Sie bestätigt den Zahlungseingang. Sie ersetzt nicht automatisch jede Rechnung.
GutschriftEine Gutschrift kann eine Korrektur einer Rechnung oder eine anerkannte Forderung zugunsten einer Person oder Firma sein. Je nach Zusammenhang ist sie Korrekturdokument oder Anerkennung eines Guthabens. Der Begriff wird im Alltag daher in zwei Richtungen verwendet.
ZahlungsverzugZahlungsverzug liegt vor, wenn eine fällige Zahlung nicht rechtzeitig geleistet wird. Er beginnt, wenn eine fällige Zahlung nicht rechtzeitig erfolgt. Dann können je nach Fall Mahnkosten und Verzugszinsen entstehen.
VerzugszinsenVerzugszinsen sind zusätzliche Zinsen, die bei verspäteter Zahlung verlangt werden können. Sie sollen den Nachteil verspäteter Zahlung ausgleichen. Höhe und Voraussetzungen hängen davon ab, ob ein Verbraucher- oder Unternehmensgeschäft vorliegt.
Allgemeine Business-, Start-up- und Management-Begriffe
B2BBusiness-to-Business bedeutet, dass ein Unternehmen an andere Unternehmen verkauft. Die Zielgruppe sind Unternehmen. Das hat Auswirkungen auf Vertrieb, Preise, Verträge und oft auch auf das Recht.
B2CBusiness-to-Consumer bedeutet, dass ein Unternehmen direkt an Endkund:innen verkauft. Hier richtet sich das Angebot an Endkund:innen. Verbraucherschutzregeln spielen deshalb oft eine größere Rolle als im B2B-Bereich.
CRMCustomer Relationship Management bezeichnet Systeme und Prozesse zur Verwaltung von Kundendaten und Kundenbeziehungen. Gemeint sind Software und Prozesse für die Pflege von Kundenbeziehungen. Ziel ist nicht nur Datenspeicherung, sondern bessere Betreuung und Vertrieb.
ERPEnterprise Resource Planning bezeichnet Software, die zentrale Unternehmensprozesse wie Einkauf, Lager, Buchhaltung oder Produktion verbindet. ERP verbindet zentrale Unternehmensbereiche in einem System. Es dient meist der Steuerung von Ressourcen, Daten und Abläufen.
AGBAllgemeine Geschäftsbedingungen sind vorformulierte Vertragsbedingungen, die für viele ähnliche Verträge verwendet werden. Sie gelten nicht automatisch immer wirksam. Gerade im B2C-Bereich müssen sie rechtlich zulässig und transparent sein.
DSGVODie Datenschutz-Grundverordnung regelt in der EU, wie personenbezogene Daten verarbeitet werden dürfen. Sie gilt EU-weit und regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten. Für Unternehmen sind besonders Rechtsgrundlagen, Informationspflichten und Betroffenenrechte wichtig.
ESGESG steht für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Der Begriff wird oft verwendet, wenn Nachhaltigkeit und Verantwortung von Unternehmen bewertet werden. Die drei Bereiche sind Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Der Begriff wird oft bei Nachhaltigkeit, Finanzierung und Berichtspflichten verwendet.
USP im MarketingUSP bedeutet im Marketing Alleinstellungsmerkmal. Gemeint ist der besondere Vorteil, durch den sich ein Angebot von anderen unterscheidet. Gemeint ist das klare Alleinstellungsmerkmal eines Angebots. Es beantwortet die Frage, warum Kund:innen gerade dieses Angebot wählen sollen.
SkalierbarkeitEin Geschäftsmodell ist skalierbar, wenn Umsatz oder Kundenzahl stark wachsen können, ohne dass die Kosten im gleichen Ausmaß steigen. Wichtig ist das Verhältnis von zusätzlichem Umsatz zu zusätzlichen Kosten. Besonders digitale Modelle gelten oft als gut skalierbar.
CACCustomer Acquisition Cost meint die Kosten, die nötig sind, um eine neue Kundin oder einen neuen Kunden zu gewinnen. Der CAC zeigt die Kosten der Kundengewinnung. Sinnvoll ist er meist erst im Verhältnis zu LTV oder Marge.
LTVLifetime Value beschreibt den erwarteten Wert eines Kunden über die gesamte Geschäftsbeziehung hinweg. Der Lifetime Value betrachtet den erwarteten Wert eines Kunden über die Zeit. Für Geschäftsmodelle mit wiederkehrenden Umsätzen ist er besonders wichtig.
Due DiligenceDue Diligence ist die sorgfältige Prüfung eines Unternehmens vor einer Investition, Übernahme oder Finanzierung. Sie soll Risiken, Chancen und Schwachstellen vor einer Entscheidung sichtbar machen. Typisch sind rechtliche, finanzielle und steuerliche Prüfungen.
PitchEin Pitch ist eine kurze, überzeugende Präsentation einer Geschäftsidee, eines Produkts oder eines Unternehmens. Ein Pitch muss meist kurz, klar und überzeugend sein. Typisch sind Problem, Lösung, Markt, Modell und Team.
LeadEin Lead ist ein potenzieller Kontakt oder Interessent, aus dem später ein Kunde werden könnte. Ein Lead ist noch kein fertiger Kunde. Er muss meist erst qualifiziert und weiterentwickelt werden.
ConversionEine Conversion ist eine gewünschte Handlung, etwa ein Kauf, eine Anfrage oder eine Anmeldung. Welche Handlung als Conversion gilt, hängt vom Ziel ab. Im E-Commerce ist das oft der Kauf, in anderen Fällen etwa ein Formular oder Termin.
Conversion RateDie Conversion Rate zeigt, wie viele Besucher:innen oder Kontakte tatsächlich eine gewünschte Handlung ausführen. Sie setzt Conversions ins Verhältnis zu Besuchen oder Kontakten. Sie zeigt Effizienz, aber nicht automatisch die Wirtschaftlichkeit.
FunnelEin Funnel beschreibt die Schritte vom ersten Kontakt bis zum Kauf oder Vertragsabschluss. Er beschreibt die Stufen bis zum Abschluss. Je nach Modell werden Aufmerksamkeit, Interesse, Entscheidung und Kauf getrennt betrachtet.
OnboardingOnboarding bezeichnet die strukturierte Einführung neuer Mitarbeiter:innen oder neuer Kund:innen in Prozesse, Systeme oder Produkte. Gutes Onboarding verkürzt Anlaufzeiten und reduziert Fehler. Der Begriff wird sowohl für Personal als auch für Kund:innen verwendet.
OutsourcingOutsourcing bedeutet, dass Aufgaben oder Prozesse an externe Dienstleister ausgelagert werden. Damit können Kosten- und Spezialisierungsvorteile verbunden sein. Gleichzeitig entstehen Abhängigkeiten, Kontrollfragen und oft auch Datenschutz- oder Qualitätsrisiken.
FranchiseBeim Franchising nutzt ein selbständiger Betrieb gegen Gebühr ein bestehendes Geschäftsmodell, eine Marke und oft auch feste Prozesse. Der Franchisegeber liefert Marke, System und oft Standards. Der Franchisenehmer bleibt dennoch rechtlich selbständig.
StakeholderStakeholder sind alle Personen oder Gruppen, die von einem Unternehmen betroffen sind oder Einfluss darauf haben. Dazu zählen nicht nur Eigentümer, sondern auch Mitarbeitende, Kund:innen, Lieferanten oder Behörden. Der Begriff ist breiter als Shareholder.
ShareholderShareholder sind Eigentümer oder Anteilseigner eines Unternehmens. Gemeint sind die Eigentümer eines Unternehmens. Sie sind damit eine wichtige, aber nicht die einzige Anspruchsgruppe.
ComplianceCompliance bedeutet, dass ein Unternehmen Gesetze, interne Regeln und verbindliche Standards einhält. Es geht um regelkonformes Handeln im Unternehmen. Gute Compliance soll Rechtsverstöße, Haftungsrisiken und Reputationsschäden vermeiden.
GovernanceGovernance beschreibt die Regeln, Strukturen und Verantwortlichkeiten, nach denen ein Unternehmen geführt und kontrolliert wird. Sie beschreibt, wie Entscheidungen vorbereitet, getroffen und kontrolliert werden. Compliance ist oft ein Teil guter Governance.
Häufige Fragen zum Glossar
Was ist der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn?
Umsatz ist alles, was durch Verkäufe hereinkommt. Gewinn ist das, was nach Abzug der Kosten übrig bleibt. Ein Unternehmen kann also viel Umsatz machen und trotzdem wenig oder keinen Gewinn erzielen. Genau deshalb sind beide Kennzahlen wichtig, sagen aber nicht dasselbe aus.
Was ist wichtiger: Sollzins oder Effektivzins?
Für den Vergleich von Krediten ist der Effektivzins meist aussagekräftiger, weil er die Gesamtkosten besser abbildet. Der Sollzins zeigt dagegen nur den reinen Zinssatz ohne viele Nebenkosten. Wer Angebote vergleicht, sollte deshalb zuerst auf den Effektivzins schauen.
Worin unterscheiden sich VPI und HVPI?
Der VPI ist der österreichische Verbraucherpreisindex und wird oft im Inland verwendet. Der HVPI ist die EU-weit harmonisierte Kennzahl und eignet sich besonders für den internationalen Vergleich. Beide messen Preisentwicklung, aber nicht mit exakt identischem Fokus.
Was ist der Unterschied zwischen UID-Nummer und Steuernummer?
Die Steuernummer dient vor allem dem nationalen Steuerverfahren. Die UID-Nummer ist speziell für umsatzsteuerliche Zwecke wichtig, besonders bei Geschäften innerhalb der EU. Im Unternehmensalltag können beide nötig sein, aber sie erfüllen unterschiedliche Funktionen.
Was ist der Unterschied zwischen GmbH und FlexCo?
Beide sind Kapitalgesellschaften mit beschränkter Haftung. Die FlexCo ist aber stärker auf flexible Beteiligungs- und Start-up-Strukturen zugeschnitten. Wer Beteiligungsmodelle, Mitarbeiterbeteiligungen oder moderne Investorenstrukturen plant, schaut sich die FlexCo oft genauer an.
Was bedeutet Reverse Charge im Alltag?
Beim Reverse Charge schuldet nicht die leistende Firma die Umsatzsteuer, sondern die empfangende Firma. Das ist besonders bei bestimmten grenzüberschreitenden oder speziell geregelten Leistungen relevant. In der Praxis ist deshalb eine korrekte Rechnungsstellung besonders wichtig.
Was ist der Unterschied zwischen ASVG, GSVG und SVS?
ASVG und GSVG sind Gesetze. Die SVS ist die Institution, die für viele Selbständige die Sozialversicherung abwickelt. Vereinfacht gesagt betrifft ASVG vor allem viele Arbeitnehmer:innen, GSVG viele Selbständige. Gesetz und Trägerorganisation sind also nicht dasselbe.
Warum ist ein Glossar mit Österreich-Bezug sinnvoll?
Weil viele Begriffe im Alltag international klingen, aber in Österreich eigene Regeln, Behörden oder praktische Bedeutungen haben. Das gilt etwa für FlexCo, Arbeitnehmerveranlagung, WiEReG, AMS, AK oder UID. Gerade bei Verträgen, Gründung und Steuern sind diese Unterschiede entscheidend.
Haftungsausschluss: Dieses Glossar dient der allgemeinen Information. Es ersetzt keine individuelle Steuer-, Rechts-, Finanzierungs-, Anlage- oder Sozialversicherungsberatung. Gerade bei Verträgen, Krediten, Gründungen, Steuern und Sozialversicherung sollten im Einzelfall fachkundige Stellen eingebunden werden.